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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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ihm anscheinendem höchsten Grade der Warschein-lichkeit für diese oder jene Meinung stehen blei-ben muß; und es ebenfals aus dem vorhergehen-dem erhellet, (§. 2. 3. 4. 5.) daß die äussere Ein-richtung des Gottesdienstes eben wie alle sinnlicheSachen, nothwendig der Veränderung unterwor-fen ist, so liegt der Grund ganz klar am Tage,daß die Religion Christi, solte ihr heilsamsterEndzweck erreichet werden, und sie allen Völkernder Erden faßlich und annehmungswürdig schei-nen, nichts äusseres schwankendes, nichts sinnli-ches als etwas damit nothwendig verbundenes ansich haben durfte, wenn sie den Geist des Men-schen vom irrdischen losmachen, ihn aufwärtstreiben, oder nach dem Ausdruck des Apostels (a)durch den Geist des Fleisches Geschäfte töd-ten; und zugleich den verschiedenen Völkern nichteben so schwankend anscheinen solte, als jetzt je-dem vernünftigen Menschen, der mit ihr ver-wickelte verschiedene äussere Gottesdienst, schei-net. Sol daher die christliche Religion in ih-rem wahren Glanze erscheinen, und die in ihrentstandene verschiedene Abtheilungen auf einedauerhafte Weise miteinander vereiniget werden,so müssen diese zwei Sätze fesigestellet werden:1. Die Religion Christi läßt sich auf Liebe undGlauben an Gott; und zwar als einen solchen,so wie er sich durch Christum geoffenbaret hat:und Liebe des Nächsten zurückbringen.2. Je-G(*) Br. a. d. Römer 8. v. 12.