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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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04ben ihren Lohn dahin. In der alweisesten Ein-richtung Gottes in der Welt und mit den Men-schen ist es nemlich ein Grundgesetz, daß aufphysische Handlungen der Menschen auch gleich-förmige physische Folgen für sie kommen; unddaß auf moralische Begierden, auch gleichmäßigtmoralische Folgen sich äusseren. Jede physischeHandlung also die der Mensch begehet, um einenphysischen Nutzen daraus zu ziehen, um nemlichdadurch seinen physischen Einfluß auf diese Weltund ihre Bewohner zu vermehren, kan nicht an-ders als diesen Endzweck mehr oder weniger,nachdem es der Mensch klüglich einrichtet; oderdie Vorsehung es durch unvorsehene Zufälle be-hindert oder befodert, hervorbringen. Diese phy-sische Folge ist nun der Lohn des Menschen fürsolche Bemühung. Dies ist jedem Begrif vonGerechtigkeit gemäß. Der Mensch kan nichtsmehr erwarten, und sich also gar nicht schmei-cheln, daß aus einer solchen physischen Handlung,irgend ein Vortheil für, seinen moralischen Zustandfliessen solte. Denn im moralischen ist kein Zu-sammenhang zwischen Handlung und Folge.Denn erstere ist was körperliches und kan also keingeiſtiges Ding zum Reſultat haben: ſondern hierist der genaueste Zusammenhang und Beziehungzwischen Begehren und Folge. Ersteres ist nem-lich die Würksamkeit der Seele, so wie es dieHandlungen die des Körpers sind. Sol nun hierder Begrif von Gerechtigkeit bleiben, so muß mitder besonderen Richtung der Begierde des Men-ſchen auch das Reſultat davon harmoniren. Diesist's worauf sich der Heiland gründet. Die Seelenemlich, welche bei einem vermeintlich gutemWerke,