93„die, so an Gott gläubig worden, darauf be-„ dacht sind, daß sie sich mit guten Werken„ hervorthun. Dieses sind die Dinge, die denMenschen gut und nützlich sind. Der thörich-ten Fragen aber und der Geschlechtregister,und des Disputirens, und der Streitigkeitenüber das Gesetz, entschlage dich: denn sie sindunnütz und eitel. Einer der sich von der Ge-meine absondert, und eine eigene Secte ma-chet, meide und laß ihn fahren, wenn du ihnein und das anderemal ermahnet hast: undwisse, daß ein solcher Mensch ganz verkehrtist, und vorsetzlich sündiget, und also von sei-nem eigenen Gewissen verdammet wird,,. Kei-ne körperliche sinnliche Bemühung und dadurchhervorgebrachte gute Werke können uns also fürsich einen inneren Werth und noch weniger ei-nen Werth bei Gott verschaffen. Nur allein dieUmschaffung des inneren Menschen, (der Seele) dieErhöhung der Geisteskräfte ist reel. Hievon sind so-dann die guten Werke, nothwendige Folgen, aus desMenschen Natur selbst gleichsam fliessend. Denn derGlaube (nemlich die Erkenntniß der Lehre Chri-sti und feste Ueberzeugung von derselben War-heit) ist ohne Werke (nemlich ohne harmoni-sche Nichtung des sinnlichen Menschen d. i.seiner sinnlichen Organen mit obiger Erkennt-niß und Ueberzeugung) todt. Er ist ein Unding:mit einem Wort, jede blosse theoretische Kenntniß vonder Religion ist dem Menschen zu nichts nütze, wenner seine Handlungen nicht darnach einrichtet. Ebenſo wie beim thieriſchen Leben, Bewegung, Puls-schlag, Athemholen dessen nothwendige Zeichenund Folgen sind; so sind es die guten Werkeheim1
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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92
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