91menschen betragen sol, mit Bedacht lesen kann,ohne dabey bey sich sagen zu müssen, derjenigeist glücklich, der sein Leben hiernach einrichtet;er findet nemlich Ruhe für seine Seele; die umso schätzbarer ist, da sie nicht auf verschiedeneAnslegungen der Schrift, noch auf Menschen-satzungen oder andere Ceremonien beruhet.Der Innbegrif welchen Paulus von dieserReligion in seinem Brief an Titum giebt (a)ist so bündig, daß ich nicht umhin kan, densel-ben ganz hier einzuschalten. Er sagt nemlich:„ Denn wir waren ja vormals auch unverstän-„ dig, ungläubig und giengen in der Irre, und„ waren Knechte der (natürlichen) Begierdenund allerlei Wollüste, und lebeten in Boßheit„ und Neid und Feindschaft, und hasseten ein-ander. Nachdem aber die Gütigkeit und Men-schenliebe Gottes unsers Heilandes, hervorge-leuchtet, so hat er uns, nicht wegen der ge-rechten Werke, die wir gethan hätten, sondernnach seiner Barmherzigkeit, vom Verderbenerrettet durch das Bad der Wiedergeburt unddurch die Erneuerung des heiligen Geistes,welchen er reichlich über uns ausgegossen hatdurch Jesum Christum, unsern Heiland: daßwir durch desselben Gnade gerecht gemachetund Erben des ewigen Lebens in der Hofnungwürden. Und dieses ist ein ungezweifelt wah-res Wort. Auf dieses nun was ich gesagthabe, wil ich daß du eifrigſt dringeſt, damitdie(a) Im 3ten Cap. in 3—11. Vers. Ich bin hier der heu-mannischen Uebersetzung gefolget
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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91
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