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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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89nen Wurzeln fassen und ihr Herz bessern sollen,So bald aber diese Einkleidung nicht, wie obengemeldet, auf das völligste den Regeln der Lo-gick gemäß, und nach der genauesten algemeinerso wol als besonderer Menschenkenntniß eingerich-tet worden, dann kann man sich keinen Nutzen da-von, sondern mehrentheils Schaden versprechen.Derjenige Religionsunterricht und Form desGottesdienstes bringet daher den Menschen amsichersten zur Erfüllung des Endzwecks seines Da-seyns, der ihn zwar ansetzet, ja gewissermassenanhält Gott kennen zu lernen, ihn als seinenSchöpfer und höchsten Wohlthäter zu verehren,nicht durch Ceremonien, sondern im Geist undin der Warheit; das heißt, mit völligster Ueber-zeugung von der, Warheit und Güte seiner We-ge, und möglichster Befreyung aller irrdischer,Gott verkleinernden Begriffe. Je mehr dieserEudzweck nun ohne äusserliche Gebräuche undCeremonien erhalten werden kann, desto volkomme-ner ist die Religion, das ist, desto sicherer füh-ret sie den Menschen zu Gott, und bewahret ihnsich auf etwas Sinnliches zu verlassen; und wieaus dem gesagten erhellet, je weniger stößet sichder Auswärtige an solcher Religion. Er wirdpiel-Man muß aber deswegen nicht dasjenige vom Gottes-dienst ausschliessen wollen, was die Sianen ermunternkan. Man muß vielmehr selbige so viel ermuntern alsmöglich, damit der Mensch, nach dem damit verbunde-nem Unterricht so viel begieriger werde. Eine blos tro-ckene Lehrmethode fruchtet bei den wenigsten Menschenetwas. Aber alles dasjenige was zur Aufmunterungdiegen