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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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nung gar nichts. Höchstens behindert er ihn anAusübung einiger groben Laster.§. 10. Nachdem nun Christus die Welt ver-lassen hatte, wurde seine Lehre von den Apostelnund nach diesen, von anderen Lehrern durch dieganze Welt verkündiget. Man ſabe aber balddie Nothwendigkeit des hier oben gesagten, (§. 7.und 9.) um nemlich die Menschen durch einen,nach ihren Umständen besonders modificirten Un-terricht, als auch äusserliche Ceremonien, zur An-nahme so wol als pünktlicher Beobachtung derchristlichen Religion zu überreden, deutlich ein.Es waren auch hier und da vortreflich Männer,welche mit größter Klugheit und bestem Erfolgihre Bemühungen zur Ausbreitung der ReligionChristi hiernach einrichteten. Allein wir findenschon in den Briefen der Apostel, daß bald nachChristi Himmelfahrt und zwar schon zu der Zeit,wo viele Christen unmittelbare Geistesgaben er-halten hatten, einige anfiengen die beste Reli-gion des himmlischen Lehrers durch besondereMeynungen und Zusätze zu verunstalten. Undnachdem Gott es nicht mehr noͤthig fand zur Be-festigung so wol als Ausbreitung seiner Religionseinen Geist unmittelbar zu ertheilen, so konntees wol nicht fehlen, daß die Einkleidung dieserLehre, und hauptsächlich die äussere Form desGottesdienstes nach den besondern Begriffen undEindrücken der vorgesetzten Lehrer, wenn schonaus den besten Absichten, verschiedentlich zwarabgeändert, aber auch sehr verunstaltet wurden.So bald nun einmal bey den entstehenden alge-meinen Verfolgungen der Christen, selbige nichtmehr