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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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79empfindet, und wer kan selbigem seinen Beifalversagen? der wird auch gleich mit mir einstim-mig seyn, daß dies der Sinn der Worte ist,Ein Herr, Ein Glaube, eine Taufe. (a) Ich,glaube es sehr überflüßig dieses näher beweisenzu wollen, da alles wesentliche der christlichenReligion hierin steckt; mithin werden bei dieseneigentlich rechtgläubigen Gesinnungen, weder Ab-änderungen von Vorschriften, noch andere Ge-bräuche, und noch weniger verschiedene Meinun-gen über theoretische Sätze der speculativen Theo-logie, mehr anstößig seyn; sondern wahre Bru-derliebe wird algemein und um so viel beständi-ger werden, da selbige sich auf den Glauben anChristum, den einigen Herren, gründen wird.Wie weit würde man alsdann vom Verfolgungs-geist über Religion, diesem Schandsleck der Mensch-heit entfernet seyn? Wo die Menschen glaubenfür Religion, für Gott zu fechten und ihr Lebenzum Verdienst dahinzugeben, und sie fechten undsterben doch für nichts anders als für Satzungenund verschiedene Auslegungen von Menschen!Welcher Wilde würde dieses wol von vernünftigenMenschen glauben, wenn man ihm die ReligionChristi bekannt machte, ohne ihm von dem prack-tischen Betragen der Christen untereinander zu reden?Es bleibt mir noch übrig zu bestim-men, ob und in wie weit eine, einer Kirche ge-gebene Vorschrift für auswärtige Religionsver-wandten bindend seyn könne. Diese entscheidetsich aber von selbst, indem ich schon §. 7. ge-zeigt habe, daß die Kirche mit den auswärtigen,wenn(1) Br. a. d. Epheser 4. v.5.