72heit des Ausspruches; (a) Mein Joch ist sanftund meine Läst ist leicht, nicht überzeugend em-pfinden und glauben, daß Gott selbst gegen denmühseeligen und mit Sünden beladenen Menschensage, wie es eigentlich nach der Grundsprachelautet: das Gespann, welches ich mit helfe zie-hen; die Last, welche ich mit helfe tragen, istganz leicht.Ein jeder siehet daher ein, daß alle solcheVorschriften, welche gleich von Anfang oderdurch nachherige Verunstaltung in der Folge derZeit, den Menschen von diesem simpelen WegeChristi abbringen, und ihn auf eignes Verdienst,auf ein Recht von Gott die Seeligkeit fodern zukönnen, führen; indem sie den Menschen in sei-ner Vervolkommnung aufhalten, und aus sinnlichehangen machen, für niemand bindend sind, son-dern als schädliche, verworfen werden müssen.Viertens. Alle Vorschriften einer Kirche, wel-che die Bekenner dieser Kirche mit einer auswär-tigen, im bürgerlichen Zusammenleben entzweien-können, sind endlich der Regel Christi ganz zu-wider. In jeder Abtheilung der christlichen Re-ligionen sol Liebe des Nächsten ein unabänderli-ches und durch keine Art von Vorschrift einzu-schränkendes Hauptgebot seyn. Kein Mensch soldurch dieſe allein wolthätige Religion geärgertwerden. Ausserdem ist dergleichen Verfahren je-der Klugheit und Menschenkenntniß ganz geradeentgegengesetzet: denn nicht durch Vorwürfe vonUn-[⛪ Spang. Matth. 11, v. 30.
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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72
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