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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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68hineinschlichen erwarten? Daß es aber mit denVorschriften der Apostel über das äussere der Re-ligion würklich solche Bewandniß habe, ist ausdem oben (§. 4. 5.) gesagten und aus dem Ver-halten der Apostelen selbst, unwidersprechlich. Ichwill nur noch eines aber ganz bindendes Beispielhievon anführen. Paulus fand nöthig den Co-rinthern einige Vorschriften über die Geberdenbeim Beten zu geben — ich wil selbige hiehersetzen. (a) "Ein jeglicher Mann, der da betetoder weissaget, und hat etwas auf dem Haupt„ der schaͤndet sein Haupt. Ein Weib aber, dasda betet oder weissaget mit unbedecktem Haupt,die schändet ihr Haupt, denn es ist eben soviel, als wäre sie beschoren. Will sie sichnicht bedecken, so schneide man ihr auch dasHaar ab. Nun es aber übel stehet, daß einWeib verschnittene Haare habe, oder beschorenseye: so lasset sie das Haupt bedecken. DerMann aber sol das Haupt nicht bedecken, sin-temal er ist Gottes Bild und Ehre: Das Weibaber ist des Mannes Chre. — Richtet beieuch selbst, obs wol stehet, daß ein Weib un-bedeckt vor Gott betet! Oder lehret euch auchnicht die Natur, daß einem Mann eine Un-ehre ist, so er lange Haare zeuget und demWeibemand eines Menschen. Er schließt sich selbst gar nichtvon diesem Verbot aus, obschon er wuste daß er mehrgearbeitet hatte, dann alle andere Apostel. Denn er sagt aus-drücklich in gleich folgendem 22ten Vers; Es sey Paulusoder Apollo, es sei Arphas, oder die Welt 2c. Ebendiese Gesinnungen wiederholet er noch einmal im fol-genden 4ten Hauptstück im §. bis 8ten Vers.(a) 1. Br. a. d. Corinth. 11. v. 4.5.6.7.—13.