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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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dern, daß man ihre desfals gefaßte Conclusaals untrüglich, allgemein und beständig für alleund jede bindend halten solle. Wenn die vonden begeisterten Aposteln der ersten Kirche gege-bene Vorschriften dieses Gepräge der Menschheitan sich haben, * wie viel mehr muß man solchesin der Zukunft wo nach und nach alles finstererwurde, wo sich immer mehr und mehr weltlicheAussichten, die den Aposteln doch so ganz fremdwaren, in die Versammlungen der GeistlichenE 2hinein-Man muß aber hiedurch nicht verstehen wollen, daß der-gleichen von den begeisierten Aposteln gegebene Vorschrif-ten fehlerhaft in sich gewesen wären. Dies waren sieganz und gar nicht, sondern sie waren den damaligenzeiten ganz angemessen. Die Apostel musten zu der Zeitdie Christen als junge Kinder behandlen, indem sie nochvoller Vorurtheile über die verschiedene Satzungen theilsdes Judenthums, theils Heidenthums waren. Die Vor-schrift die der Heiland selbst, dem reichen Jüngling gab,alle sein Gut zu verkaufen und solches den Armen zu ge-ben, wird wol jemand eben so wenig auf jetzige Zeitenausdehnen wollen, als die zu der Apostel Zeiten einge-führte Gemeinschaft der Güter unter den Christen. DieseVorschriften der Apostel sind also nur, theils in Ansehungdessen daß sie nicht für alle Glieder bindend seyn konn-ten noch durften, theils auch in Ansehung der durch dieZeit veränderter Umständen und daher rührender Ungül-tigkeit, gleich allem was sinnlich ist, unvollkommen. Dieskonnte ja auch nicht anders seyn, denn sie waren undblieben Menschen, wie Petrus solches auch gegen denheidnischen Hauptmann Cornelius bezeugt: wo er ihmsagt: [Actor. 10. v. 26.] Stehe auf, ich bin auch ein Mensch.Er begehrte für sich keinen andern Glauben, noch Eyreals jedem Menschen zukäme. Er solte nur an Jesum Chri-ſtum glauben [Siehe d: 42. vers.] — Und wer ſiehet nichtdie Aengstlichkeit mit welcher Paulus überal die Christenerinnert, in der Beobachtung des äusseren Gottesdienstesdoch nichts wesentliches zu suchen? Ja er befiehlt so garden Corinthern [1. Corint. 3. v. 21.] Darum rühme sich nie-m.4