tung und Anordnung das Gepräge der Menschheit;nemlich Veränderung und Unvolkommenheit habenund behalten, damit der Mensch nicht dahin ver-fallen möchte, etwas sinnliches zu vergöttern, undseine Seele mit vergänglichen Sachen zu schmü-cken. So bald der Christ diese Wahrheit nicht em-pfindet, läuft er Gefahr von dem rechten Pfade derReligion abzuirren, sich nach und nach immer mehran das sinnliche, an die Vorschriften der Kirche zuhangen, und Gott nicht mehr dergestalt vor Au-gen zu haben als es nöthig ist um die Seele zuveredlen, sie Gott ähnlicher zu machen; Paulussagt daher (a) “ denn wo ihr nach dem Fleischlebet, so werdet ihr sterben müssen: wo ihraber durch den Geist, des Fleisches Geschäf-„te tödtet, so werdet ihr leben, Es sind also ganzoffenbar die geistlichen Mittel, und nicht die sinn-lichen, welche die Seele bessern, ihre Würksamkeiterböhen. Ausserdem kan ja der Mensch, von nie-mand anders Vergebung seiner Fehlritte, undewige Glückseeligkeit, als von Gott erwarten:demselben gebühret daher allein die Ehre dafür.Nachdem ich nun dieses vorausgeschicket ba-be, glaube ich ohne gegründeten Wiederspruch be-fahren zu dürfen, sagen zu können, daß zwar1. Die in jeder Kirche zu gebende Vorschrift wieder äußere Gottesdienst eingerichtet und gehaltenwerden solle, für sämmtliche Bekenner dieser Kir-che nur in so weit bindend ist, als ihr eigener,und(2) Br. an die Römer 8. v. 12
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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