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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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58aber auch befohlen, daß man ihm, so bald er seinemehrmalen vorsetzlicher Weise öffentlich begangeneFehler aufrichtig zu bereuen scheinen werde, sofort vergeben und ihn in die christliche Gemein-schaft wieder aufnehmen solle. Diese Deutunggehet blos das geistliche Gericht an, und ausdiesen gegebenen Vorschriften Christi und der Apostelerhellet klar daß sich das geistliche Gericht garnicht mit leiblicher Bestrafung abgeben solle. Lez-teres würde auch dem ganzen Endzweck der Re-ligion Christi zuwieder seyn, dieser ist nemlich diemöglichste Vervolkommnung aller Glieder. Nun istsaber natürlich, daß jeder Mensch fürnemlich dersinnliche, als welches der lasterhafte in zu gro-ssem Grade ist, jede körperliche Abndung so ihmöffentlich wegen seiner Handlung angethan wird,für eine Art von Druck, ja Verfolgung an-siehet. Er wünschte sich in einem Staat wo die-se Handlungen erlaubt wären. Nun erstickt aberjeber Begrif von Druck und Verfolgung alle Em-pſin-mit der Kraft unsers Hrn. Jesu Christi; Ihn zu über-geben dem Satan, zum Verderben des Fleisches,auf daß der Geist seelig werde am Tage des Hrn.Jesu,, (was es aber für eine traurige Beschaffenheit habenwerde mit denen die in ihren Lastern beharren und ster-ben, wissen wir eigentlich nicht. Wie sich aber die Kirche hiebeiverhalten solle, sagt die Schrift ganz klar, nemlich mansolle sie nicht richten. Dieß würde Gott thun. Die Er-fahrung lehret aber, daß nichts den moralischen Zustandder Menschen mehr erschüttert, als wenn einer unterihnen plötzlich unrer der Ausübung seiner Laster stirbt.Die Warnung so ein solcher durch seinen Tod giebt,wird für andere von dem grösten Nutzen seyn, und sel-bige abhalten mit der genauesten Untersuchung ihrer di-gentlichen Lage so spät bis an ihr Ende zu warten.)