53nen physischen Zustand sehr oft zu spät, erst aufden rechten Weg wieder zurück gebracht wird.Dieß kan also nicht mit der algemeinen MenschenLiebe und noch weniger der Religion Christi be-stehen. Hierin liegt der Grund warum ein jeder zurReligion Christi sich bekennender Mensch, der offenbarAergerniß anstiftete und davon nicht ablassen wol-te keine Gemeinschaft mehr an dieser Gesellschafthaben; sondern ein jedes Mitglied derselben, durchdessen förmliche Ausschliessung vor ihn gewarnetwerden solte, damit es nicht auf ähnliche Weiseseine Glückseeligkeit zu verschertzen Gefahr laufenmögte, gleichwie Paulus solches deutlich sagt (a)„Ich habe euch geschrieben in dem Briefe, daß„ ihr nichts solt zu schaffen haben mit den Hu-rern. Das meyne ich aber nicht von den Hu-rern in dieser Welt, (d. i. die nicht in derchristlichen Gemeine sind) oder von den Geitzi-gen, oder von den Räubern, ober von den Ab-göttischen: sonst müstet ihr die Welt räumen.Nun aber habe ich euch geschrieben, ihr soltnichts mit ihm zu schaffen haben: nemlich sojemand ist, der sich läßet einen Bruder (einenChristen) nennen, und ist ein Hurer, oder einGeitziger, oder ein Abgöttischer, ober ein Läste-rer, oder ein Trunkenbold, ober ein Räuber:mit demselben solt ihr auch nicht essen, DießGebot zielte also ausdrücklich nur allein auf die-jenigen offenbar lasterhaften, welche sich zur sel-bigen Gemeinde bekenneten, in ihre Brüderschaftaufgenommen waren, und dabei fortfahren woltenihren vorigen lasterhaften Handlungen ergeben zuseyn—(*) 1. Br. a. d. Cor. 5. v. 9. 12. 11.
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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53
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