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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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52hanges mit einzuweben, daß immerhin auf jedeböse Handlung unmittelbar die daraus fliessendenböse Folgen sich äußeren solten, so ist von dieserSeite um so mehr Vorsicht nothwendig. Denn,wenn der durch eine überwiegende Leidenschaft nochschwache Christ, die Begehung einer bösen Hand-lung, zu welcher er einen starken Kitzel fühlet,von einem seiner Mitbrüder der die nemliche Er-kenntniß der ihnen bekannt gemachten Pflichten hat,ohngestraft begehen und solchen Menschen ebenglücklich in der Folge dabei siehet, so ist es na-türlich daß das Gegengewicht welches der schwa-che Christ diesem übermäßigen schädlichen Triebeentgegensetzen konnte, dadurch leicht vermindertwerden und er zulezt unter seiner Lust unterliegenund sündigen werde. Ist nun einmal dieser ersteSchritt gethan, dann wird der zweite leichter undbei dem zweiten wird der dritte beinahe unver-meidlich, und so sündiget der Mensch alsdannmehrenteils immer fort, bis er durch die unan-genehme Empfindung der traurigen Folgen seinerHandlungen aus Nachdenken gebracht und für sei-nenDie Wahrheit davon wird durch die Erziehung bestäri-get. Wenn unter einigen Kindern die unter der nemli-chen Aufsicht erzogen werden, eines sich findet welchesseine Pflichten ganz außer Acht läßet, und von seinenAufsehern nicht zu derselben Beobachtung angehalten wird,dann kan es nicht fehlen, daß unter den andern Kin-dern sich bald einige finden, die auf ähnliche Weise ih-re Zeit verderben werden. Wenn aber diese Kinder der-gleichen Unfug bemerken an Kindern, die unter ganz an-derer Aufsicht stehen, dann macht solches mehrentheilskeinen Eindruck auf sie, indem sie wissen, daß ihnen sol-ches nicht erlaubt sei, und sie nicht ungestraft dabeidurchkommen würden;