51gegen alle Menschen. Christus sagt daher: (a)Wer nicht mit mir sammlet, der zerstreuet.Aus dem 4ten §. erhellet daß jedes Mitgliedder christlichen Gesellschaft; wenn es schon von der vol-kommensten Freiheit, eine gewisse wilkührliche Hand-lung begehen oder unterlaßen zu können bei sichselbst überzeuget ist, doch verbunden seye aus Lie-be zu jedem anderen schwachen Gliede, diese Hand-lung, so bald nemlich selbige seiner eigenen mora-lischen Vervolkomnung nicht nachtheilig seynkan (§. 8. u. 3.) entweder zu begehen oder zuunterlaßen, nachdem der schwache Christ nach sei-nen Begriffen diese äußere Sachen zu seiner Ver-volkommung nötig zu seyn glaubt, damit er nichtgeärgert und in Versuchung gesetzet werden könn-te etwas gegen seine moralische Ueberzeugung zuthun. Wenn nun aber der Christ sich bei solchenVorfällen, in gleichgültigen ihm erlaubten Handlun-gen oder Unterlaßungen, um seinem Mitbruder kei-nen Schaden zuzufügen so betragen sol; wie vielunendlich größer mus nicht alsdenn der Schadeseyn, welche für schwache unter ihren Leidenschaf-ten noch wankende Christen entstehen wird, wennunter ihnen solche Glieder sind, welche offenba-re Laster treiben und ohngeachtet aller Erinnerun-gen davon nicht abstehen wollen? Wenn böse Ge-schwätze gute Sitten verderben, wie vielmehr wer-den es dann böse Beispiele thun? und da der all-weise Gott es nicht für das Wohl der Menschenrathsam gefunden in den Plan des Zusammen-haugetD 2a) Evangel. Lucas 11 p. 23.
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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