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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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Abendmal wurde daher in der ersten Christenheittäglich bei allen Zusammenkünften gehalten. Eswurde angesehen als ein Vereinigungsband; die-se Zusammenkünften werden daher Liebesmalzeiten(αγαπη) genannt. Diese äußerliche wiederholtetägliche Vereinigung war in damaligen Zeiten umso nöthiger, da die Christen weit mehr Versuchun-gen theils wegen Mangel an Erkenntniß und al-lerlei eingesogenen, schwer zu überwindenden Vor-urtheilen; theils auch offenbaren Verfolgun-gen, blos gestellet waren. Ein sinnliches äu-ßeres Mittel war Ihnen daher um so nothwendi-ger um stets standhaft zu bleiben.Eine 4te Ursache warum im öffentlichen Got-tesdienst Vorschriften gegeben und eine Ordnungin demselben beobachtet werden muß, sind die nö-thigen Absonderungen der schädlichen Mitglieder.Dieser Satz ist aber oft gar zu übel verstanden und vonder Geistlichkeit öfters aus Leidenschaft, gera-de gegen, die Meinung Christi ausgeleger und aus-geführet worden. Die Religion Christi hat nem-lich die Erreichung der möglichsten Vollkommen-heit für alle Menschen zur Absicht. Ein jeder Be-kenner dieser Religion ist daher verbunden zur Er-haltung dieses seeligsten Endzweckes alles was vonihm abhänget, auch wo es noth ist mit Ansopfe-rung seiner sinnlichen Ergötzlichkeiten, beizutragen.Wer sich diesem wiedersetzet, der handelt also ge-gen die allgemein bindende Gesetze dieser Gesell-schaft und vereitelt dadurch mannichmahl den be-stimten Endzweck derselben, nemlich Liebe und dar-aus folgenden allgemeinen Vervollkommnungstriebgegen