zu merken, sein Glück darin zu suchen.Eine dritte Ursache der Nothwendigkeit des äußerenGo tesdienstes unter den Christen ist, die Vorschriftdes Heilandes und seiner Apostel; daß die Chri-sten sich untereinander um so herzlicher lieben, undmiteinander als unter und durch einen Herrenverbunden sich betrachten solten. Um dieses Banddurch sinnliche Einrichtungen so viel volkomme-ner und fester zu machen, sezte der Heiland dieTanfe und das Abendmal ein: Die Taufe soltedas Zeichen seyn, daß sie unter die Christen an-genommen wären; und das Abendmal solte dieseEmpfindung der Verbindung und Liebe, die ausEvangelium gläubige Christen gegen ihren Her-ren so wol, als untereinander haben müßen im-mer in gehöriger Lebhaftigkeit erhalten. DasAbend.Es ist hier gar nicht der Ort zu untersuchen, ob undwelche andere Nebenabsichten, der Heiland bei Einsetzungdieser zweien Handlungen gehabt haben mag. Mir istezu meinem Endzweck genug gezeiget zu haben, daß durchselbige das Band zwischen Christum und sein Volk erhal-ten werden solte. Sie sind Zeichen des Bundes, eben sowie die Beſchneidung und das Oſterlam es waren: letz-tere konnten aber als etwas drückendes, für den Men-schen unangenehmes und gesetzliches, mit dem sanftenJoch, mit der Freiheit des Evangeliums nicht harmoni-ren: mithin musten selbige abgeschaffet werden. Jedochfand Christus es nöthig, durch andere, seiner Lehremehr angemeßenere freiere Zeichen, die Menschen an denBund zu erinneren, welchen er mit ihnen gemachet hat-te. Sie waren daher nicht mehr so nothwendig wie dievorherige gesetzliche Handlungen, welches man aus derEinsetzung der Taufe selbst siehet, wo es heißt; wer glau-bet und getauft wird, wird seelig werden: wer abernicht glaubt wird verdammet werden. Glauben ist al.so essentiel und nöthig. Die Taufe ist aber zur See-ligkeit nicht so nothwendig, sondern, sie ist nur einFerchen der Wahrheit der Verheissungen Gottes.
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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