43zu suchen. Es ist und bleibt also der ReligionChristi und der menschlichen Natur angemessenwas Paulus sagt (a) Wo aber der Geist desHerren ist, da ist Freiheit: nemlich da ist garkein äusserliches sinnliches gesetzliches mehr. DenGrund hievon zeigt er (h) wo er sagt: DennChristus ist des Gesetzes Ende, wer an denglaubet, (also nicht wer diese oder jene äusser-liche Bemühungen beobachtet, sondern blos alleinwer der von ihm gegebener Lehre glaubet undsich derselben gemäß betraget) der ist gerecht.§. 7. Eine Vorschrift zur Einrichtung desäusseren in der Religion ist nothwendig. Erstlich:um die Erkenntniß der Lehre Christi auszubrei-ten, mithin muß zur möglichen Erlangung derselbenjedermann hiezu öffentliche Gelegenheit gegebenwerden. Diese Religion fodert nun Liebe Got-tes und des Nächsten. Erstere bestehet im Glaa-ben und Danksagung zu Gott. Nun ist aberder Glaube nichts anders, als eine Ueberzeugungdaß ein Gott ist, und daß dieser Gott sich man-nichmal und zuletzt durch Christum am deutlich-sten geoffenbaret, und den besten, den leichtesten,ja unfehlbaren Weg gezeiget hat, wie der Menſihhier und nach diesem Leben die höchste Stufeder Glückse ligkeit erhalten könne deren er fähigist: aus welcher Ueberzeugung alsbenn nothweg-dig folget, daß der Wille des Menſchen auf dieBetretung dieses Weges geleuket werden wird,indem der Mensch jederzeit, so lange er seineVernunft(a) 2. Br. a. d. Corinth. 3. v. 17.(b) Br. a. d. Römer 10. v. 4.
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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