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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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Weise! Denn so einer saget, ich bin Paulisch: der ander aber, ich bin Apollisch: seyd ihrdann nicht fleischlich? (daß ist, ans grobesinnliche hangend.) Wer ist nun Paulus?Wer ist Apollo? Diener sind sie, durch welcheihr seyd gläubig worden: und dasselbige, wieder Herr einem jeden gegeben hat.,, (nem-lich nach dem Maaß der Erkenntniß welcherdie Korinther durch den Unterricht Pauliund Apollos erlanget hatten.) Wie sehr end-lich Paulus in dieser deutlichen und von allemceremoniellen gereinigten Erkenntniß der LehreChristi den einzigen reellen Werth setzet, zeigeter wenn er so gar in Ansehung der von Christusselbst eingesetzter Taufhandlung sagt: (a)DennChristus hat mich nicht gesandt zu taufen,sondern das Evangelium zu predigen. Je-doch die Natur des Menschen selbst zeiget dieWarheit des obigen Satzes zur Genüge. Einsinnlicher mit groben sinnlichen Vorwürfen sichbeschäftigender Mensch kan von erhabeneren geist-lichen Sachen sich eben so wenig einen würdi-gen Begrif machen, als der grobe Bauer oderHandewerksmann eigentliche metaphysische Be-griffe sich bilden, oder annehmen kan. Hieraufgründen sich die Lehren des Pythagoras, wennei unter andern, seinen Schülern verbeut Boh-nen zu essen: er dachte, je gröbere Nahrung derKörper erhält, desto unfähiger wird die Seelehöhere geistige Begriffe zu erlangen. Gnug, manmuß, wenn man einige Menschenkenntniß undErfahrung hat als ausgemacht annehmen, daßdie(*) 1. Br. a. d. Cor. v. 17.