38äussere der Religion einen sicheren Werth setzendeund daher noch blinde Jünger Jesu, bekamendeshalb von ihrem Lehrer einen Verweiß, als sieseine Warnung für den Sauerteig der Pharisäerund Schriftgelehrten dahin auslegten, daß sie sichvor derselben Brod ( ) hüten solten; Christuszeigte ihnen, daß er sich nur allein um dasje-nige bekümmere, was das Herz angehe. (a)Mit einem Wort er bringet den Menschen ganzvom äusseren zurück und führet ihn auf das, wasnur allein sein Herz besseren kan. Nun ist aberbekannt, daß hiezu moraliſche Kräfte gehoͤren undphysische Handlungen solches gar nicht bewerk-stelligen können, sondern vielmehr den Sinn desMenschen unfähig machen müssen, Gott im Geistund in der Warheit anzubeten, indem die Naturdes Menschen es mit sich bringet, daß er sich andas sinnliche heftet, und der eigentliche Endzweckder Religion doch dahin gehet, denselben von die-sem Band an das sinnliche los zu machen, da-mit seine moralische Kräfte so viel ungehinderterzunehmen und sich entwickeln können. DieserSchluß ist auch volkommen mit jenem richterli-chen Ausspruch desjenigen, der die Welt richtenwird,Die Geistlichen der Juden hatten nemlich besondere Satzun-gen darüber gemacht mit welcher Gattung Sauerteig dasBrod gesäuret werden müste; und hielten diesen verschie-denen Satzungen zufolge, da sie unter sich hierüberuneins waren, eine Gattung Brod vor der anderenzu essen nicht erlaubt. Ligtfoot sagt: studiose admodumcantum est canonibus pharisaicis, quo fermento utendum,quo non: & sparsim occurrunt disputationes: an utendumfermento ethnico, an cuthaeo?(a) Evang. Matth. 16. v. 8.
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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38
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