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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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34isset mit einem Anstoß seines Gewissens. Esist besser, du essest kein Fleisch, und trinkestkeinen Wein, oder woran sonst dein Brudersich stösset, oder ärgert, oder schwach wird.Hast du den Glauben, (d. i. die Erkenntnißdaß das was du thust recht ist) so habeihn bei dir ſelbſt vor Gott. Selig iſt, derihm selbst kein Gewissen macht in dem, daser annimmt. Wer aber darüber zweifelt undisset doch, der ist verdammt, denn es gehetnicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus4 Glauben (d. i. der Erkenntniß und festenUeberzeugung) geschiehet (sondern wider das Gewissen) das ist Sünde. Aus diesemallen erhellet also ganz unwidersprechlich, daßdas Essen des Götzenopfers oder jeder anderenverbotener Speise, es möge selbige auch von wel-cher Person und unter welchem Vorwande esauch wolle, verboten seyn, platterdings jedem zujeder Zeit für seine Person erlaubt sey, und erGott auf keinerlei Weise damit beleidigen, son-dern selbige jederzeit mit Danksagung zu Gottgeniessen könne: Nur müße man es nicht thun,wenn ein scrupulirender, ein von dieser der ge-sammten Menschheit gestatteter Freiheit noch nichtvöllig überzeugter Christ, sich daran ärgernoder dadurch in Versuchung könnte gesetzet wer-den gegen ſein Gewiſſen zu handlen, mithin ſei-ne Seele zu beflecken und zur Begehung grösserermoralischen Uebel dadurch sich zuzubereiten. Jehöher also jemand in der Erkenntniß der wahrenReligion Christi steiget, desto ausgebreiteter wirdseine Freiheit für sich selbst in dem ganzen äus-seren Gottesdienst. Dies bleibt aber vermöge desHaupt-