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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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30etwas Gottesdienstliches, oder um mich klärerauszudrücken, als was reelles im Gottesdienst an-sehen möchte; und wie gewiß er doch überzeugtwar, daß die Christen in der Folge darauf verfal-len, und die ihnen von Gott selbst ertheilte Frei-heit, aus irrigen Begriffen nicht gebrauchenwürden, siehet man ganz deutlich und unwider-sprechlich in der Lehre, und der selbst mit hef-tigen Ausdrücken verpaarter Warnung, welche erdieserhalb seinem liebsten Zögling dem Timotheusin seinem ersten Brief an denselben im 4tenHauptstück dem 15ten Vers gab; und nachgeendigter Warnung für solchem übel verstandenenGottesdienst, noch hinzufügt: Wenn du diesesdie Brüder lehrest, dann wirst du ein guterDiener Jesu Christi seyn. Aehnliche Befehlegab Paulus an Titum in seinem Brief an den-selben im 12ten Hauptst. wo er im 15ten Versausdrücklich als ein Axioma vorschreibt: DenReinen ist alles rein. Mithin auch das, wasdurch Menschensatzungen für unrein und verbo-ten je war erkläret worden.Diese ertheilte Erlaubniß war also für je-den Christen auf sich selbst ganz deutlich undplatterdings unbeschränkt. Nur allein diese Vor-schrift gab der Apostel mit dabei, daß keinschwacher Bruder dadurch geärgert, d. i. in seinermoralischen Vervolkommnung aufgehalten werdensolte. Auch diese Vorschriften wil ich gleich be-rühren, nachdem ich die Gedanken des Apostelsüber das Götzenopfer werde angeführet haben:er zeigt nemlich wie und warum es verbotenwäre vom Götzenopfer zu essen, daß nemlich dasFleisch