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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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28set war, überal wo er durch die andere Städtezog, anbefol den vorhin angeführten apostolischenSynodalschluß, in Betref der Abschaffung der Be-schneidung zu halten. Jedoch dies ist nicht dereinzige Fall. Wir finden nicht allein daß er esin Ansehung der vorhin verschiedentlich verbotengewesenen Speisen, sondern so gar mit demgleichmäßig verboten gewesenem Götzenopfer selbstes eben so gemachet habe. Ich wil seine des-halb eigen gegebene Vorschriften und Erläuterun-gen hiehin setzen. Er sagt nemlich in Ansehungder volkommensten Erlaubniß alle Speise essenzu können, (a)Alles was feil ist auf demFleischmarkt, das esset: und forscher nichts,auf daß ihr des Gewissens verschonet. Denndie Erde ist des Herrn und was darinnen ist.Ferner: (b) so lasset nun niemand euch Ge-wissen machen über Speise, oder über Trank,oder über bestimmten Feiertägen, oder Neu-monden, oder Sabbather. (c) So ihr dennnun abgestorben seyd mit Christo den Satzun-gen der Welt: was lasset ihr euch dann fangen mit Satzungen, als lebetet ihr noch in derWelt? die da sagen: du solt das nicht angrei-fen, du solt das nicht kosten, du solt das nicht anrühren. Welches sich doch alles unter Hän- den verzehret, und ist Menschen Gebot und Lehre: Welche haben einen Schein der Weis-heit, durch selbsterwehlte Geistlichkeit und De- muth; und dadurch, daß sie des Leibes nichtver-(a) 1. Br. a. d. Corinth. 10. v. 23. 26.(b) Br. g. d. Coloss. 2 v.16.(c) l. c. v. 20. 21. 22. 23.