sicher, daß dieser Vorwurf nur das äusseredes Gottesdienstes, und gar im geringsten nichtdas wesentliche der christlichen Religion betraf.Wir finden hierüber einen ganz auffallenden Be-weiß, in der Beschneidung, welche Paulus mitdem Timotheus vornahm. (a) Als nemlich Pau-lus, der von dem ersten apostolischen und christli-chen Concilio zurückkehrete, und obbemeldtenSchluß von selbigem über die Beschneidung einge-holet hatte: auf seiner Rückreyse in Lystram kam,fand er einen in Geschicklichkeit für ihn ausge-zeichneten Jünger, mit Nahmen Timotheus, derwar, obzwar eines jüdischen Weibes, dennochaber eines griechischen Vaters, Sohn. Pauluswolte diesen Jünger gerne mit sich nehmen: umaber die Juden an dem Orte nicht zu ärgern, unddadurch den Nutzen so er durch den Timotheus zustiften hofte zu vermindern, beschnitte er ihn;denn es stehet ausdrücklich, und beschnitte ihnum der Juden Willen, die an demselben Ortewaren; denn ste wusten alle, daß sein Vaterwar ein Grieche gewesen. Dies that dergröste Apostel, der den mehresten Nutzen in Aus-breitung der Lehre Jesu gestiftet hat, obschon er ananderen Orten so sehr gegen die Beschneidung ei-ferte. Er sahe dieses also nur als einen Theil deräusseren Einkleidung der Religion an, durch dessenaugenblicklicher Beobachtung er nun einen wichti-gen Dienst dem Reiche Jesu zu leisten hofte. Jawir sehen im 4ten Vers, daß dieser Apostel, sobald er von dem Orte, an welchem er jetzt ebenvorher den Timotheus beschnitten hatte, abgerei-set(a) Apost. Geschichte 16. v. 1. 2. 3.
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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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27
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