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Philosophische Betrachtungen eines Christen über Toleranz in Religion, zur Grundlage der Vereinigung sämmtlicher Religionen
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die Güte seines Schöpfers anbeten und sich ganzden Empfindungen der Dankbarkeit zu überlassen.Dieses Glück solte dem Menschen nun durch kei-ne einzige Ausnahme, in so fern nemlich keinem an-deren Menschen dieses an seinem moralischem oderPhysischem Zustand nachtheilig seyn konnte, vermin-dert werden; sondern Gott wolte Ganz Güteseyn. Nur allein solte beim Menschen die Ver-nunft und algemeine Menschenliebe die Begier-den nach dem Besitz und dem Genuß irrdischerGlückseeligkeit einschränken. Aus obiger Em-pfindung der so ganz uneingeschränkter GüteGottes gegen alle Menſchen, und Mäßigung derBegierden durch die Vernunft, kan nun nicht an-ders als eine wahre Zufriedenheit des Menschenmit seinem Zustande, diese höchste Stuffe des irr-dischen Glückes dessen er fähig ist, folgen.§. 4. Einen ganz unlengharen Beweiß fürhiese vom Heiland den Christen überlassene Frei-heit im äusseren Gottesdienst liefert uns die Ge-ſchichte der Apoſteln. Dieſe durch den mündli-chen Unterricht des Herren selbst gelerte und nochandere, gleichen Unterricht genossen habende Män-ner fanden sich schon bald nach dem Abschiedihres Lehrers in dem Fall hierüber Vorschriftenzu geben. Und da sie wie alle Menschen mitverſchiedenen. Empfindungen und VorſtellungsVermögens begabet waren, so konnte es nichtfehlen, daß sich auch hierüber verschiedene Mei-nungen unter ihnen hervorthaten, in so fern nem-lich der Vorwurf eine sinnliche Sache betraf. Hie-rüber entstand schon damalen so gar Entzweiung