d IV.
II. Abtheilung: Beschreibung der Präparate.
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mit einer Basis, welche — 13 cm unterhalb der Spitze desTrochant. major beginnend, nur bis zum Anfang des unterstenFünftels der genannten Knochenwand herabreichend — etwa4*cm in vertikaler Richtung misst. Von der bezeichneten In-sertionsstelle aus bilden diese Kallusmassen eine Brücke nachder durch Splitterung und Kalluswucherung unregelmässig ge-stalteten Spitze des unteren Fragments. Das Bruchende desoberen ragt daher — etwas schräg nach vorn und aussen vondem unteren — ungefiihr 5 cm lang frei hervor und ist mitseiner Spitze von der vorderen äusseren Fläche des letzterenetwa 4 cm entfernt. Beide Kondylen, namentlich der innere,in grosser Ausdehnung tief usurirt.
Wohrmann vom Hannov. Füs. Regt. No. 73, verwundetam 12. Oktober 1870 vor Metz durch Chassepotkugel, Splitter-fraktur des linken Oberschenkels. Am 17. November 1870 trafer fiebernd im Barackenlazareth Berlin ein; am 20. Novembertterextraktion, darauf lange Zeit Gypsverbände, in denenhrend des Winters 1870/71 Konsolidation eintrat. Im Sommer1871 und Winter 1872 heben sich die Kräfte, aber es bestandeneiternde Fisteln fort, die ab und zu Inzisionen nöthig machten.Am 15. Dezember 1872 Erysipelas, katarrhalische Erschei-nungen von Seiten der Lungen. Ende Dezember 1872 heftigePeritonitis. Am 1. Januar 1873 Tod.
Die Sektion ergab Peritonitis tuberculosa und Amyloid-intartung der Organe der Unterleibshöhle.
[B. L. d. T. F.]
X. A 8G.
.Fast konsolidirte Schussfraktur in der Mitte des rechtenOberschenkels.
Die beiden Bruchstücke bilden einen nach innen offenenWinkel, das untere ist in die Höhe gezogen und so stark nachhinten dislozirt, dass die Entfernung seiner vorderen Flächevon der hinteren Fläche des oberen Bruchstücks 3 cm beträgt.Hie Vereinigung ist erfolgt durch reichliche unregelmässigel\ dlusnmsseu, welche namentlich an der äusseren Seite mehrereabgesprengt gewesene Knochensplitter umwachsen haben. Ein-zelne der letzteren sind nekrotisch. Auch von dem spitzenBruchende des unteren Fragments zeigt sich ein 3 cm langes,1 cm breites Stück scharf demarkirt.
Füsilier Friedrich Patthoff vom 3. Westfäl. Inf. liegt.
1(>, verwundet am 16. August 1870 bei Mars la Tour. Todam 11. Januar 1871 an Pneumonie.
Sektion: Verkürzung der rechten Extremität um mehr als5 cm. Mehrfache Inzisions- und Schussöffnungen in der Mittedes rechten Oberschenkels. Abgegrenzte Jauchehöhle, welchenur die Gegend der Fraktur einnimmt. Knie- und Hüftgelenksowie Venen frei. Erysipelas femoris et cruris dextri. Pneu-lunnia duplex. Alte Adhäsionen beider Lungen und totale Ver-wachsung beider Perikordialblätter bei sonst intaktem Herzen.
X. A 87.Konsolidirte Schussfraktur des rechten Oberschenkels.
Unteres Fragment nach hinten und innen gegen das oberehinaufgezogen; die Vereinigung beider ist gebildet unter einemnach innen offenen Winkel durch reichliche unförmige Kallus-massen. Dieselben umschliessen eine Menge grösserer undkleinerer Knochensplitter, von denen die einen wieder angeheilt,die anderen nekrotisch geworden sind.
Gefreiter August Kesten vom Kaiser Alexander Garde-Gren. liegt. No. 1, verwundet am 18. August 1870 bei Metz.Tod am 1 1. Januar 1871 an Phthisis pulm.
Sektion: Verkürzung des rechten Oberschenkels um 8cm.
Schussöffnung an der inneren vorderen Seite 11cm unter demPerineum und an der äusseren Seite in derselben Höhe. Nebenletzterer eine Inzisionsöffnung. Schusskanal nur für eine Sondedurchgängig in den Weichtheilen. Einfache Thrombose derSchenkelvenen. Phlegmone am Ober- und Unterschenkel mitstarker Schwellung der Inguinaldriisen. Käsige Pneumoniemit Höhlenhilduug und ulzeröse Bronchitis. Tuberkulöse Pleu-ritis beiderseits. Milztumor, Fettleber. Tuberkulöse Verschwö-rung des Intest, ileum et crassum.
X. A 88.
Nicht konsolidirte Schussfraktur des rechten Oberschenkels
im unteren Drittel.
DasFeinur ist in zwei Hauptfragmente und mehrere kleineStücke gebrochen, keine Fissurenbildung. Starker flügelartigerKallas an beiden Brucheuden, der mit den eingewachsenenStücken vorn und hinten dieselben brückenartig zu verein ige 1 nstrebt, Knorpelüberzug des Kniegelenks zum grössten Theilintakt.
Gardist August Schirmer, verwundet am 30. Oktober1870. Tod am 2(i. November 1870 au Jauchung des Knie-gelenks und Pyämie im 3. Feldlazareth des Gardekorps zuVilliers le Bei.
X. A 89.Nicht konsolidirte Schussfraktur des
rechten Oberschenkels.
Schrägbruch von oben innen nach unten aussen, ungefährin der Mitte. Sehr starke, unförmliche Kalluswucherung, be-sonders am unteren Fragment an der inneren Seite. Die Kallus-massen vereinigen theils abgesprengte und dislozirte Knochen-stücke, theils schliessen sie grössere und kleinere Sequester,hier und da auch Bleistückchen ein. Eine Verbindung derbeiden Hauptfragmente ist nicht zu Staude gekommen, vielmehrsind die Bruchflächen gegeneinander abgeschliffen, die beidenStücke haben einen nach innen offenen Winkel gebildet.
Joseph Bronchard vom 73. Französ. Liuien-Regt., ver-wundet am 18. August 1870. Gestorben am 23. Dezember 1870an Tuberkulose im Barackenlazareth Berlin.
Sektion: Am Oberschenkel mehrere Oeffuuugen, von denenes zweifelhaft ist, ob sie als Inzisions- oder Schussöffnuugen zubetrachten sind. Grosse Jauchehöhle mit Fistelgängen. Knie-und Hüftgelenk frei. In den grösseren Venen keine Thromben.In beiden Lungen alte käsige Herde. Mehrere Embolien inLuugenarterien der zweiten und dritten Ordnung ohne Herd-erkrankung. Pleuritis dextra tuberculosa an der Pleura costal.im Bereich der sechsten bis zehnten Kippe. Kndarteritis chron.
[B. I,. d. T. F.J
X. A 90.Konsolidirte Schussfraktur des rechten Oberschenkels.
Die getroffene Stelle ist in zahlreiche bis 5 cm langeSplitter zertrümmert, welche, medianwärts auseiuandergedräugt,jetzt durch dilformen, massigen Kallus verbunden, eine Ver-einigung des oberen und unteren Bruchstückes in einem nachinnen und vorn offenen Winkel zu Stande gebracht haben, wo-bei das obere Ende des unteren Bruchstückes stark nach hintendislozirt ist.
Unteroffizier Matthias Braun vom 6. Ostpreuss. Inf. Regt.No. 43, verwundet am 1. September 1870 bei Noisseville. Todam 5. Februar 1871 im Barackenlazareth Berlin an Pyämie.
Sektion: Schussöffnuug an der äusseren Seite 10cm unter-halb des Trochanter, eine zweite, fast vernarbte in der Mitteder hinteren Fläche, 5 cm tiefer als die erste. Massige Eiterungan der Bruchstelle, in den Weichtheilen noch einige lose
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