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Katalog der kriegs-chirurgisehen Sammlung.
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theils 1 cm weit von einander abstehen, indem reichliche Kallus-massen brückenartig die Ränder derselben, namentlich an deräusseren und inneren Seite des Knochens, mit einander ver-bunden haben. Die Bruchenden sind nicht in vertikaler, sondernin horizontaler Richtung, das obere nach vorne, das unterenach hinten ausgewichen. Ausser dieser Dislokation ist nocheine andere vorhanden, welche zur Folge hat, dass die beidenFragmente einen nach aussen offenen Winkel bilden und dasziemlich spitze Bruchende des oberen nicht bloss nach vorne,sondern auch nach innen stark prominirt. Zwischen den Kallus-brücken finden sich Hohlräume und in denselben noch loseSequester. Der Knorpelüberzug des Condyl. int. fem, ist starkusurirt.
Der Musketier Heinrich Beste vom 3. Westfäl. Inf. Regt.No. 16 erlitt am 16. August 1870 eine Schussfraktur des linkenOberschenkels mit der Eingangsöffnung an der Aussenseite,8 cm über dem Kniegelenk und der Ausgangsöffnung an derInnenseite, 4 cm über dem Gelenk. Schrägbruch des Knochensvon aussen und oben, nach vorn, innen und unten, so dass dieuntere Spitze nur 2 cm innen über der Knorpelfläche der Fossaintercondyl. ant. liegt. Konsolidation des Knochens in Winkel-stellung mit starker Kallusbildung. Vereiterung des Kniegelenks.Ausserdem hatte Patient noch eine Schussfraktur des Os meta-tarsi quartum pedis sinistri, an der keinerlei Heilungs-erscheinungen sich sichtbar machten. Gestorben am 3. Febr.1871 im Barackenlazaretk des Tempelhofer Feldes an Pyämie.
[B. L. d. T. F.]X. A 82.Konsolidirte Schussfraktur des linken Feniur im oberen
Drittel.
Der Bruch ist ein Schrägbruch gewesen, der vom Troch.min. nach aussen und abwärts verläuft, so dass die äussereWand des oberen Bruchstücks 8 cm weiter nach unten ragt,als die innere. Die Fraktur ist vollständig konsolidirt mit ge-ringer Abweichung der Spitze des oberen Fragments nach aussenund vorn. Abgesprengte und in Dislokation wieder befestigteSplitter, welche mit den Kallusmassen brückenförmig beideBruchstücke verbinden, umschliessen in Gemeinschaft mit denBruchenden eine kleinapfelgrosse, unregelmässige Höhle, inderen "Wand vorn nur ein ovales, dem Kugeleintritt entsprechen-des Loch bleibt, während hinten und innen grössere unregel-mässige Oeffnungen vorhanden sind.
Wilhelm Heinrich vom 8. Westfäl. Inf. Regt. No. 57(aus Waltest, Kreis Neuwied), verwundet am 16. August 1870bei Gorze. Sequesterextraktion 20. Januar 1871. Gestorben27. Januar 1871 an Pyämie.
Sektion: Verkürzung 5 cm. Einschuss 3 cm nach untenund vorn vom Troch. maj. Ausschuss neben dem Tuber ischii.Beide Oeffnungen fuhren durch einen sondendicken Gang zurBruchstelle. Unterhautzellgewebe des Ober- und Unterschenkelsweithin mit Eiter infiltrirt (am Unterschenkel mehrere Inzisionen).Hüftgelenk vereitert, Knorpelüberzug zerstört, die Oberflächezernagt und rauh. Der Gelenkkopf in der Richtung von obennach unten abgeplattet, Venen frei. Ein Bleifragment in derNähe der Bruchstelle in den Muskeln. Kniegelenk mit gallertig-fibrinösem Exsudat gefüllt. Synovialis stark geröthet. GeringerMilztumor, ältere pleuritische Adhäsionen.
X. A 83.
Konsolidirte Schussfraktur im unteren Drittel des linkenOberschenkels.Das Präparat ist gewonnen durch Amputation.Die Richtung der Bruchebene geht schräg von vorn und
oben nach hinten und unten. Das untere Fragment ig)vorn gegen das obere verschoben. Beide sind durch ••Kallusmassen fest miteinander verbunden. An der hint-Seite spannt der Kallus einen Bogen vom oberen zum mt,Bruchstück, wodurch in Verbindung mit dem übrigen, die Eni-enden umgebenden Kallus eine grosse Höhle gebildet istderen Tiefe man nekrotische Splitter wahrnimmt. Der Kmdes Kniegelenks ist etwas verfärbt, aber sonst unverletzt.
Musketier Paul Heinzberger, vom 7. Ostpreuss. ]Regt. No. 44, erlitt am 14. August 1870 eine Schussfraktutlinken Oberschenkels zwischen unterem und mittlerem IAmput. femor. am 29. November 1870 wegen starker Jatgjin der Mitte des Oberschenkels und difformer KallusbildtTod am 10. Dezember 1870, also 11 Tage nach der Aiuputa-an Pleurapneumonia dextra.
Sektion: Die linke untere Extremität endet in halberRdes Oberschenkels in einen Amputationsstumpf, welcherdünnen Granulationen und Eiter bedeckt ist. Das Femurt;etwa 1cm von Periost entblösst, aus den WeichtheilenStumpfes hervor. Dieselben sind ganz normal, die Venen;thrombosirt, das Hüftgelenk frei, keine Eiterung ob-erhaltSchnittfläche. Dagegen zeigt der durchsägte Knochen^bis 5 cm nach aufwärts von der Schnittfläche eine esirteitrige Osteomyelitis. Pleurapneumonia dextra, Bronchitisrulenta. Hyperplasie lienis.
X. A 84.Konsolidirte Schussfraktur des rechten Oberschenkt
Die Bruchebene liegt zwischen beiden Trochantendass der grosse am oberen, der kleine am unteren Brücksitzt. Der Bruch verläuft schräg von oben innen und liram Halse beginnend nach unten aussen und vorn 1 lerntder Spitze des Trochanter major endend. Am oberen Bnstück mehrfache durch Kallus zum Theil überwucherte unlideckte Splitterungen. Von den die Bruchstelle des ortFragments umgebenden stacheligen Kallusmassen aus zieht?an der hinteren inneren Fläche des Knochens ein Hatschmaler Osteophytwall bis herab ins untere Femurviertelseitlichen Knorpelränder beider Kondylen sind oberflidusurirt.
Gefreiter August Dengos von 12.Komp. 2.Brande*.Gren. Regts. No. 12 (aus Finkenstein, Kreis Oppeln), verw»am 16. August 1870 bei Mars la Tour; im Oktober 1870traktion einer Kugel in der Nähe des Hüftgelenks. Toi28. Januar 1871.
Sektionsprotokoll: Einschuss in der Gegend der Trotifern, Ausschuss (?) am inneren Umfang des übersehen!mehrere (!) Zoll unterhalb des Perineum. Ausserdem Inzisian allen Seiten des Oberschenkels. Grosse Eitergänge inWeichtheilen mit Perforation ins Hüftgelenk, ebenso am Kitentlang mit Durchbruch ins Kniegelenk. Vereiterung des rFussgelenks (nach vorausgegangenem Erysipel). Amyloid.!Graue Hepatisation des linken oberen Lappens der Lunge.
X. A 85.Taf. XXXVII. Fig. 2 und 2a.Schussfraktur des linken Oberschenkels,konsolidirt unter hochgradiger Dislokation.
Schrägbruch in der Richtung von hinten und obenvorn und unten. Verwachsung der beiden Bruchsal«einem nach innen offenen Winkel. Die sie vereinigenden fe.Kallusmassen inseriren sich einerseits an der hinteren u»Wand des oberen Bruchstückes, im vierten Fünftel desse