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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
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Band ]

feand IV.

II. Abtheilung: Beschreibung der Präparate.

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Zweite Abtheilung.Beschreibung der Präparate nebst Kasuistik.

I. Schädel.

A. Schussverletzungen.

vacat

Kontusionen und partielle Frakturen,ist durch das Geschoss nicht

Die Sehädelhöhleeröffnet.

Ohne Absprengung der Glastafel.

I. A 1.

Theil eines linken Schläfenbeins mit einer Siigefliicbe durchden Processus roastoideus; letzterer zeigt eine durch die Kugelverursachte Absprengung des grösseren Theils seiner hinterenFlüche, keine Fissuren.

Karl Brandeiner vom 3. Garde-Regt. z. F., 8. Komp.,verwundet am 18. August 1870 bei St. Privat durch 4 Schüsse,von denen der eine den rechten Humerus zerschmetterte (vergl. Präparat IV. A 19), der zweite das rechte Fussgelenk verletzte, derdritte den Kopf hinter dem linken Ohr traf und der vierte dierechte Stirnseite streifte; Tod im Barackenlazareth des Tempel-hofer Feldes am 5. September 1870 an Pyämie.

Sektion: Von der Verletzung im Proc. mastoid. setzt sicheine missfarbige Eiterung in die linke Paukenhöhle fort, wojedoch Gehörknöchelchen und Trommelfell erhalten Sind. Gehirn-häute und Gehirn zeigen keine Veränderungen; metastatischeLungeu- und Leberabszesse.

[B. L. d. T. F.]

cei|kei

Mit Absprengung der Glastafel.

I. A 2.Taf. I. Fig. 1 und la.Streifschuss am Os parietale dextrum.An der getroffenen Partie des vorliegenden Schädeldachesigt die Tabula ext., abgesehen von zwei äusserst feinen Fissuren,eine Spuren von mechanischer Kontinuitätstrennung, dagegeneine in spitzovaler Form durch ganz oberflächliche nekrotischeDemarkation scharf umgrenzte Stelle. Von der Tabula int. isteine etwa markstückgrosse dünne Knochenplatte abgesprengtin diei Splittern, welche künstlich wieder befestigt sind.

Heinrich Metfessel vom 4. Niederschles. Inf. Regt. No. 51,verwundet am 3. Juli 186G. Bis zum 18. genannten Monatsgünstiger Verlauf; seit diesem Tage Symptome akuter Meningitis;22. Juli 1866 Tod.

Sektionsbefund: Eitrige Meningitis.[Kriegslazareth zu Grottkau, Oberstabsarzt Dr. Holzhausen.]

I. A 3.

Kuochensegment aus der rechten Seite des Stirnbeins. DieLamina externa des Knochens an einer Stelle oval fissurirt undeingedrückt; dort sitzt noch ein kleines Bleistückchen in derDiploe eingekeilt; Stücke der Lamina interna von zusammen

Zweimarkstückgrösse sind abgesprengt, ohne dass der Knochendurchschlagen ist.

Musketier Hengst vom 8. Brandenburg. Inf. Regt. No. 64,verwundet am 18. März 1864, gestorben am 24. März 1864 anMeningitis.

[Stabsarzt Dr. Besser.]

I. A 4.

Segment aus dem hinteren linken Theil des Kraniums.Im hinteren oberen Winkel des linken Scheitelbeins die Tabulaexterna in Zweimarkstückgrösse gesplittert und nekrotisch;die Tabula interna entsprechend ebenso; die Diploe dazwischennicht in der vollen Ausdehnung des Schusses perforirt; denKnochensplittern haften kleine Bleipartikelchen an. Sektions-befund: Osteophlebitis der Diploe.

Musketier Anton Siega vom 59. Inf. Regt., verwundet am12. Oktober 1871 auf dem Schiessplatzo zu Glogau durcheine rikochettirendo Gewehrkugel; Tod durch Pyämie am8. November 1871.

[Stabsarzt Dr. Doye.J

Penetrirende Frakturen. Die Scliädelhölile ist durch das(leschoss eröffnet, letzteres aber nicht ins Gehirn einge-drungen.

Primär tödtliche Fälle.

I. A 5.

Taf. I. Fig. 2 und 2a.Schussdefekt der linken Stirnbeinhälfte.

Von der Lamina ext. ist um den hinteren Defektrand einhalbmondförmiges 1 cm breites Stück eingedrückt und nahezulosgelöst, so dass es an seiner sehr regelmässig gerundeten Basisnur noch durch Spongiosa mit der Umgebung in Verbindungsteht.

An der Lamina int. ist der Defekt fast kreisrund und be-trächtlich grösser als an der Lamina ext.

Von dem vorderen und hinteren Defektrande verläuft jeeine feine, fast ganz geradlinig nur die Lamina int. durchsetzendeFissur, so dass die Richtung .beider mit der des Schusses in eineLinie zusammenfällt. Eine dritte auf der Innenfläche sichtbareFissur, von dem vorderen Defektrande ausgehend, durchsetztschräg und unregelmässig die ganze Dicke des Schädeldaches.Sie steht in örtlichem und ursächlichem Zusammenhange miteinem Säbelhiebe in der vorderen äusseren Partie des Schuss-defektes. Weitere sehr deutliche Spuren von Säbelhieben findensich im hinteren oberen Theilo des linken Os parietale und amOs occipitis.

Francois Fayelle, Französischer Infanterist, verwundetam 19. Sept. 1793 bei Pirmasens, gestorben am 26. Sept. 1793.