Band IV.
II. Abtheilung: Beschreibung der Präparate.
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und wird das untere von dem oberen so unifasst, dass eine Be-glichkeit fast ausgeschlossen ist. Das untere Bruchstück istoben stumpf kegelförmig abgeschliffen und mit schwammigenGranulationen überzogen. Auch die auf ihm reitende Flächedes oberen Stückes ist abgeschliffen und mit gleichen Granu-lationen bedeckt. In der Umgebung der Bruchstelle findet sicheine .lauchehöhle, welche mit den erwähnten Oeffnungen zu-umenhängt und Taschen zwischen die Muskeln absendet.Sie enthält einige kleine nekrotische Knochensplitter und ineinem Recessus nach hinten und innen von der Fraktur einediftbrine Chassepotkugel. Das rechte Hüftgelenk ist frei, da-cn enthält das Kniegelenk jauchigen Eiter und auch amUnterschenkel ist das Unterhautfettgewebe vereitert. Thrombo-phlebitis venae femoralis dextrae. Eitrige Entzündung deslinken Knie- und rechten Schultergelenks. Milztumor. Skrotal-Abszos. Lungenödem.
X. A 77.
Schussfraktur des rechten Femur im oberen Drittel.
Das Präparat besteht nur aus dem 2. und 3. Fünftel desFemurschaftes; derselbe ist in viele grosse Splitter zerbrochen,die sich wieder gut zusammenfügen lassen bis auf einen, derwahrscheinlich vom Trochanter major stammt und mit Kallus-wucherungen bedeckt ist, während die übrigen Splitter keinerleiSpuren dieser Art aufzuweisen haben.
Jean Guillaume San soff vom 54. Französ. Linien-Regt,,verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte, gestorben am11. Oktober 1870 an Pyämie. Einschuss befand sich an deräusseren Fläche des Oberschenkels im oberen Drittel.
Sektion: Kolossale Zerschmetterung des oberen Drittelsund des Trochanter major, Streifung des Caput femor. nachEröffnung des Gelenks. Kugel wurde in einer Tasche hinterdem Collum femor. gefunden.
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X. A 78.Schussfraktur in der Mitte des linken Oberachenkels.
Das untere Fragment ist nach aussen und oben gezogenund bildet mit dem oberen einen nach innen offenen stumpfenWinkel. Abgesprengte Knochenstücke sind an beiden Frag-menten durch reichliche Knochenneubildung in sehr verschobenenStellungen befestigt, eine Vereinigung der Hauptfragmente hatnicht stattgefunden.
Richard Gronitzky vom 3. Ostpreuss. Gren. Regt. No. 4,1. Komp., verwundet am 31. August 1870. Gestorben am25. Dezember 1870 im Barackenlazareth des Tempelhofer Feldes.
Sektion: Kniegelenk voll Fiter, Hüftgelenk frei. GrosseJauchegänge zwischen den Weichtheilen. Kein Milztumor,keine metastat. Abszesse.
[B. L. d. T. F.]
Doppelfraktur.
Entfernt von der Treffstelle findet sich noch eine zweite Fraktur.(Hierzu vergl. XI. A 6.)
X. A 79.Tai'. XXXVII. Fig. 1.| Poppelfraktur des linken Oberschenkels durch Schoss.
Das Präparat besteht aus der unteren Hälfte des linkenObei-elienkels, von der oberen getrennt durch einen Bruch,welcher eine sehr unregelmässige Bruchfläche zeigt, Von ihraus verlaufen zwei Längsfissuren nach abwärts, die eine, 7 cm
lang, an der hinteren äusseren, die andere an der inneren Flächedes Bruchstücks. Ausser der genannten Fraktur zeigt dasPräparat noch eine zweite und zwar eine inkomplete — einLochschuss — im oberen Theil des unteren Femurdrittels, be-dingt durch direkte Einwirkung des Geschosses, welches denKnochen in querer Richtung von aussen nach innen durchbohrt,und aus der vorderen Wand desselben einen 9 cm langen, inder Mitte 2 cm breiten Splitter herausgesprengt hat. DieserSplitter ist unter spärlicher Kallusentwickelung wieder angeheilt.Das mittlere Drittel seines inneren Randes bildet die vordereBegrenzung der Austrittsöffnung des Lochschusskanals. Vonder Eintrittsöffnung gehen mehrere Fissuren nach oben undnach abwärts. Der innere obere Theil des Randes dieserOeffnung ist in geringer Breite durch nekrotische Demarkationnahezu abgestossen.
Mohelinic vom Oesterr. Inf. Regt. No. 1, verwundet am3. Juli 1866, amputirt am 15. August 1866, gestorben am28. August 1866 an Pyämie im Lazareth zu Horic.
[Stabsarzt Dr. Hahn.]
He ilungs Vorgänge.
X. A 80.
Konsolidirte Schussfraktur des rechten Oberschenkels
zwischen unterem und mittlerem Drittel.
Der Bruch war ein Querbruch mit gleichzeitiger Ab-sprengung eines 12 cm langen und 3 cm breiten Splitters vonder vorderen äusseren Fläche des Knochens. Das untere undobere Bruchende und dieser Splitter sind durch difformen Kallus,welcher sich zwischen und um die Bruchenden herum befindet,zusammengeheilt. Das untere Bruchstück ist ein wenig überdie Bruchlinie nach hinten gegen das obere in die Höhe gezogenund bildet ausserdem mit letzterem einen nach vorn offenenWinkel, wodurch der Schenkel um eine Wenigkeit verkürztist. Der Knorpel des Hüftgelenks ist gesund. Die Oberflächeder Kondylen zum grössten Theil usurirt.
Sahenson-Ben-Kader vom 1. Französischen Tirailleur-Regt., verwundet am 6. August 1870. Gestorben am 28. Oktober.1870 im Barackenlazareth des Tempelhofer Feldes an Pyämie.
Sektion: Die ganze rechte Unterextremität ist voluminöserals die linke. Eine Schussöffnung sitzt 13 cm vorn über demCondyl. ext., die andere 2 cm tiefer an der inneren hinterenSeite des Oberschenkels. Am äussern Umfang des rechten Knie-gelenks eine ins Gelenk führende Inzisionswunde. Der ge-brochene Knochen ist in der Höhe der Schusswunden mitstarken Kallusmassen geheilt, mitten in diesen sitzt vorn einkleines Bleistückchen, während ein anderes weiter unten in dieMuskelmasse eingeheilt ist. Die Frakturstelle ist von einerJauchehöhle umgeben, Kniegelenk voll schmierigen Eiters. DieJauchuug setzt sich weder am Unterschenkel noch oberhalb derFraktur fort. Einige der tiefen Muskelvenen enthalten puri-forme, andere gutartige Flüssigkeit, in den Klappentaschen derVena femor. gutartige Thromben. Metastat. Abszesse in derlinken Lunge und eitrige Pleuritis. Milztumor.
[B. L. d. T. F.]
X. A 81.
Konsolidirte Schussfraktur im unteren Drittel des linken
Oberschenkels.
Die Richtung der Bruchebene geht schräg von hinten und
oben nach vorn und unten. Die Konsolidation ist in der Weise
erfolgt, dass die Bruchüächen der beiden Fragmente grössten-
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