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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
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Band IS'.

II. Autheiluug: Beschreibung der Präparate.

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■bang hinten, eine halbe Hand breit über der Kniebeuge.Eine Kugel ist stecken geblieben und erst am 21. Februar 1871durch Erweiterung der Ausgangswunde mit Knochenfragmenten

zusammen entfernt worden. Sehr ausgedehnte jauchige Phleg-^bone des über- und Unterschenkels, gegen welche mehrereInzisionen gemacht sind. Gestorben am 26. Februar 1871 imBarackenlazareth zu Berlin an Septicämie.

Sektion: Unterhautzellgewebe von jauchigem Eiter iufil-trirt und emphysematös längs des ganzen Oberschenkels. Throm-I bösen der Oberschenkelvenen.

(Dem Präparat liegt ein längs durchsägtes Femur bei zumZweck der Orientiruug über den Verlauf der Epiphysenliuie.j

X. A 27.

Lochschuss des rechten Oberschenkels 4 ciu über der

Gelenkfläche des Knies.

Die Kugel hat vorn dicht über dem Coud. ext. einen uu-regelmässig ovalen Defekt hervorgebracht (Einschuss), von demsich nur eine ganz seichte unbedeutende Fissur gegeu denCoud. ext. hinzieht. Der Schusskanal im Kuocheu geht schrägnach unten; der Defekt an der Ausschussöffnuug ist grösser;dort sind auch mehrere grössere Splitter abgelöst gewesen, zweiderselben sind angeleimt. Kniegelenksenden kariös, Knorpelfast überall zerstört.

Grenadier Hermann Herold vom 2. Sachs. Gren. Regt.No. 101, verwundet am 18. August 1870, gestorben am 29. Sep-tember 1870 zu Montois bei Metz an Entkräftung infolgeKniegelenksvereiterung.

Sektion: Dieselbe koustatirto die beschriebenen Knoohen-läsionen. In der Höhle des Schusskanals fand man noch einStück lilei; das Kniegelenk war ein vollständiger Jaucheherd.l'cl>er den Zustand der inneren Organe ist nichts gesagt.

Einfache Frakturen.(Hierzu vergl. X. A 3 und 4.)

X. A 28.

Taf. XXXI. Fig. 1 und la.

Schussfraktur des rechten Oberschenkels.

Oberes Fragment 19, unteres 31 cm lang. Querbruch fast ohnejede Splitteruug (ein kleiner Splitter ist bei Lebzeiten entfernt).Das untere Fragment etwa 6cm hinten und innen am oberenhinaufgezogen und durch geringe Kallusmassen lose vereinigt.

Peter Michelbacher vom 4. Garde-Gren. Regt., verwundetam 18. August 1870, gestorben am 22. November 1870 imBarackenlazareth Berlin an Ileotyphus.

Sektion: Verkürzung des rechten Schenkels. Abge-schlossene, nur die Bruchstelle umfassende Eiterhöhle mit zweiin gleicher Höhe innen und aussen liegenden Schussöffnungen.Hiermit nicht im Zusammenhang stehend eitrige Phlegmoneam Oberschenkel und in der Wadengegend. Dekubitus an derFerse und dem Fussrücken (StreckverbandJ. Ileotyphus in derdritten Woche mit typhösen Darmgeschwüren. Milztumor undBronchopneumonie rechts. Dazu die deformirte Chassepotkugel,die in der Kleidung gesessen hat.

X. A 29.

Schussfraktur in der Mitte des linken Oberschenkels.

Am oberen Fragment massige Kallusbildung, die hintere

Knochenfläche zernagt bis zum Trochanter minor. Am unteren

Fragment sind zwei grössere Splitter unvollständig abgesprengt

gewesen, namentlich von der hinteren Wand, sie sind durchreichliche Kallusmassen wieder befestigt, welche noch einzelneganz kleine nekrotisch demarkirte Kuochenstücke und ein kleinesBleifragment einschliessen. Eine Konsolidation ist nicht erfolgt,vielmehr schleifen beide Bruchenden so aufeinander, dass dasuntere Fragment hinter dem oberen in die Höhe gezogen istund mit ihm einen nach innen offenen Winkel bildet.

Robert Fischer, l.Komp. 52. Landwehr-Regts., verwundetam 8. Oktober 1870, gestorben am 12. März 1871.

Sektion: Verkürzung des linken Oberschenkels um 10 cm.Vorn in der Mitte des Oberschenkels Einschuss, hinten ingleicher Höhe der Ausschuss. Am Ober- und Unterschenkelmehrere lnzisionen. Venen durch einfache zum Theil in rotherErweichung begriffene Thromben geschlossen. Hüftgelenk linksfrei, rechts vereitert mit Zerstörung des Knorpels und des Lig.teres. Eitersenkung hinter dem linken Psoas hinauf bis zurWirbelsäule. Vereiterung des linken Knie- und Fussgelenks.

X. A 30.

Nicht konsolidirte Schussfraktur des rechten Femur imoberen Drittel.

Die Kugel scheint den Femur von der vorderen innerenFläche, dicht unter dem Schenkelhalse, getroffen zu haben, dortbefindet sich ein 6 cm langer, 2,5 cm breiter Defekt der Korti-kalis, von dem aus die Frakturliuie schräg nach unten undaussen verläuft, auch nach oben bis in das Kollum hinein ver-laufen an der hinteren Seite mehrere Fissuren. Kariöse Zer-störung an Kopf und Hals; das untere Fragment des Femur-schaftes zeigte ausgedehnte oberflächliche Nekrotisirung mitsehr schöner Demarkationslinie.

Friedrich Kreuter, Musketier des 8. Sachs. Inf. Regts.No. 107, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte, ge-storben am 15. September 1870 zu Roncourt. Einschuss in derGegend des Trochanter minor. Am 21. August Kugelextraktionan der Ansatzstelle des Muse, glutaeus max.

Sektion: Ausser der beschriebenen Fraktur grosse Anämieder inneren Organe. Vereiterung des Hüftgelenks mit kariöserZerstörung der Gelenkenden.

X. A 31.Nicht konsolidirte Oberschenkelschussfraktur.

Starke KallusWucherung um die Enden; letztere sehen auswie gegen einander abgeschliffen.

Schollinus vom 4. Magdeburg. Inf. Regt. No. 67, ver-wundet am 3. Juli 1866. Es bestand eine innere und äussereSchussöffnuug. 1. Oktober 1866 Amputation, nachdemEitersenkungen und die profuse Sekretion, ohne Tendenz zurVereinigung, das Leben des Patienten gefährdeten.

[Stabsarzt Dr. Roth, Lazareth Zittau. |

X. A 32.

Scnussfraktur des rechten Oberschenkels dicht unter demTrochant. major.

Das allein vorhandene obere Bruchstück ist kouisch zuge-spitzt. Die Bruchlinie geht von aussen und oben nach innenund unten.

Unteroffizier Pöhlitz vom 1. Garde-Regt. zu Fuss, ver-wundet am 3. Juli 1866. Die Kugel war im oberen Drittelvon vorn und innen eingedrungen und hatte den Knochen zer-trümmert, war dann stecken geblieben. Die Eiterung wurdereichlich und schlecht, man hatte von dem Geschoss nur einStück entfernen können. Das spitze untere, aussen fühlbare