Druckschrift 
4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
Entstehung
Seite
71
Einzelbild herunterladen
 

durch das Caput hum., über dem Sulcus intertubercular. einkeilförmiger Substanzverlust.

Füsilier Friedrieh Weissberg vom 4. Gren. Regt., ver-wundet am 27. November 1870 durch Schuss in die linkeSchulter; am 14. Dezember 1870 von Compiegne nach Soissonsverlegt, hier am 18. Dezember 1870 resezirt; die Bizepssehneerstört duroh den Schuss. Weitere Notizen fehlen.

[Oberstabsarzt Dr. Vogeler, Kriegslazareth Soissons.]

Komplete Frakturen.(Vergl. IV. A 54, 55, 57, 48, 50, auch III. A 19, 23, V. A 24 n. 61.)

IV. A 18.Taf. XIV. Fig. 1.Oberes Viertel des Humerus, post mortem als Präparatgewonnen. Rundlicher Einschuss am oberen Ende des Sulcusbicipitis, Splitterung weit in die Diaphyse hinein, grosse Aus-schussöffnung am Knochen.

Musketier Kray vom Inf. Regt. No. 13, verwundet am6. Juli 1866. Schuss genau in das Caput hum. Ausgangs-öffnung seitlich an der Spin, scapulae. Am 18. Juli 1866Blutung aus beiden Schussöffnungen, dieselbe steht erst spätauf Kompression und Druckverband. Gestorben am 24. Juli1866 au Erschöpfung.

[Stabsarzt Dr. Starke, Lazareth Dermbach.]

IV. A 19.

Obere Dreiviertel des rechten Oberarms mit Schussfraktur-defekten unterhalb des Kopfes und langer P'issur nach unten.Obduktionspräparat.

Gardist Karl Brandimar vom 3. Garde-Regt. z. F., ver-wundet am 18. August 1870 bei St. Privat durch 4 Schüsse(rechter Oberarm, 1. proc. mastoid.,') Stirnbeinstreifschuss, Fuss-gelenk). Res. artieul. pedis am 1. September 1870. Gestorbenam 5. September 1870 an Pyämie im Barackenlazareth desTempelhofer Feldes.

Sektion: Quoad humerum; der abgesprengte Gelenkkopfunversehrt, in die Bruchenden setzt sich eine äusserst miss-farbige Osteomyelitis fort.

[B. L. d. T. F.]

IV. A 20.

Obere Zweidrittel des linken Humerus in der Mitte durchSchuss frakturirt; Bruchenden partiell nekrotisirt, unregel-I massige Kalluswucherungen; keinerlei Vereinigung der Bruch-enden.

Husar Schmiedel vom Brandenburg. Hus. Regt. No. 3,verwundet am 16. August 1870 bei Metz am linken Oberarm.Gestorben am 3. Oktober 1870 an Pyämie im BarackenlazarethBerlin.

[B. L. d. T. F.]

IV. A 21.

Taf. XIV. Fig. 2.Linker Humerus, in der Mitte durch Schuss frakturirt, wo-durch ein grösseres oberes und ein unteres Hauptfragment undmehrere kleinere Frakturstücke entstanden sind. Sehr geringeKallusbildung. Ausgedehnte Nekrose der vorderen Wand des*en Bruchendes.

unteren Bn

i) Vergl. I. A 1. Präparat der Schussfraktur des proe. mast.von demselben Patienten.

Karl Schierock vom Inf. Regt. No. 52, verwundet am16. August 1870. Schussfraktur 1) des rechten Unterschenkels,2) der achten und neunten linken Rippe, 1 ) 3) des linken Ober-arms. Gestorben am 18. Oktober 1870 im Barackenlazarethdes Tempelhofer Feldes an Diphtheria coli und ilei.

Sektion: Quoad humerum. Jaucheherde um die Fraktur-stelle bis hinauf unter die Klavikula und unter die Skapula.

[B. L. d. T. F.]

IV. A 22.

Rechter Humerus, in der Mitte eine Schussfraktur mitbedeutender Splitterung. Keine Konsolidation. Die Trümmerwurden durch die Muskulatur in natürlicher Lage erhalten.

Unbekannter Soldat, gestorben im Barackenlazareth desTempelhofer Feldes.

[B. L. d. T. F.]

IV. A 23.Taf. XIV. Fig. 3.Rechter Humerus, in der Mitte frakturirt und mit Zurück-lassung einer Höhle, zu der drei Oeffnungen führen, wieder festkonsolidirt. Das Präparat stammt aus dem Feldzuge 1870/71.

[B. L. d. T. F.]

IV. A 24.

Taf. XV. Fig. 1.

Rechter Oberarm im unteren Drittel durch Schuss frakturirt

und durch eine Kallusbrücke konsolidirt. Knollige Kallus-

massen umwachsen auch die übrigen Seiten der Frakturstelle

und hindern die Verschiebbarkeit der Bruchenden.

Joh. Donath vom ? Regiment, verwundet ? Gestorbenam 17. November 1870 im Barackenlazareth des TempelhoferFeldes in der Chloroformnarkose.

Sektion: Venöse Hyperämie des Gehirns, der Brust- undAbdominalorgane. Schulter und Ellenbogengelenk frei.

[B. L. d. T. F.]

IV. A 25.Taf. XV. Fig. 2.Rechter Humerus durch Schuss frakturirt etwas unterhalbder Mitte; ohne Konsolidation; Bruchenden nekrotisirt.

Grenadier Friedrich Schwartz vom Gren. Regt. No. 89,verwundet am 2. Dezember 1870 bei Orleans. Gestorben am18. Januar 1871 im Barackenlazareth des Tempelhofer Feldesan Pyämie.

Sektion: Metastatische Abszesse in den Lungen, der Milz,Nieren, Leber; Abszesse des Herzfleisohes mit sekundärerThrombose.

[B. L. d. T. F.]

IV. A 26.

Fraktur des linken Humerus mit bedeutender Splitterungetwa 89cm unterhalb des Kopfes. Ohne alle Angaben, nurbekannt Abstammung aus Feldzug 1870/71.

IV. A 27.

Rechter Humeruskopf und oberes Drittel (zwei Stücke)als Produkt einer Zerschmetterung des Knochens durch Gewehr-schuss. Fissuren gehen nach oben bis in den Kopf des Humerus.

Dänischer Soldat Schwinstrup vom 2. Inf. Regt., ver-

i) Vergl. II. A 5.Patienten mit Kugel.

Die achte und neunte Rippe desselben