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angefügten erhöht liegenden Raum. Die an die alte Kirche angebaute Krypta musssomit ein Obergeschoss gehabt haben, welches durch jene Treppen von der Kircheaus zugänglich war. Als ein naheliegendes Analogem einer derartigen Anlage sei aufSt. Gereon zu Köln verwiesen, welches (1066—1069) mit einem ähnlichen Oberchorausgestattet wurde. Der Grund, welcher für Neuss den Anlass zu dem Erweiterungs-bau gegeben haben mag, liegt nicht allzu ferne. Während die Erbauung derKrypta im Zusammenhang stehen kann mit dem Erwerb der Reliquien des heil.Quirinus, würde die Anlage des Oberchores mit dem Kanoniker-Konvent in Ver-bindung zu bringen sein, welcher zuerst in der Urkunde vom 27. September 1074erwähnt wird, mit der Erzbischof Anno eine Theilung der dem Neusser Konventund der Kölner Domkirche gemeinsam zugehörigen Güter vornahm. Aus denNonnen waren Kanonissen geworden, ihnen zur Seite waren Kanoniker getreten. 1 )Beiden Umständen konnte der Neubau, der Krypta und Oberchor in sich ver-einigte, in angemessener Weise gerecht werden.
Weiter kann nach Lage der Ueberlieferungen und'im Hinblick auf den Bau-bestand nicht vorgegangen werden, ohne auf das "Gebiet der blossen Hypothesezu gelangen.
Erscheint der zwischen den beiden Treppen angenommene Mitteleingangzur'Krypta durch den vorhandenen Baubestand hinreichend gesichert, so liegtdagegen die bauliche Gestaltung des Oberchores völlig im Dunkeln. Will mandenselben mit Rücksicht auf seine grosse Breite nicht als ungetheilten Raum an-nehmen, so würde er als Basilika zu denken sein. Es wäre aber auch nicht aus-geschlossen, dass nur das Mittelschiff der Krypta als Oberchor hochgeführt war.
Hierüber haben auch die Arbeiten keinen Aufschluss gebracht, welche jüngstbehufs Tieferlegung des Fussbodens in Vierung und Querarmen vorgenommenworden sind. Denn eine im Zuge der Nordmauer der alten Krypta aufgefundeneund auf ihr ruhende Wandung kann recht wohl als die Brüstungsmauer der ehe-mals in dem Querschiffarm eingebauten Nonnenempore angesehen werden, undauch der Umstand, dass diese Wand nach der Vierung hin glatt verputzt und mitMauervorlagen versehen war, spricht noch nicht dagegen. Auch der bei dieserGelegenheit in der Nähe dieser Wand, der Vierung zu, aufgefundene Plattenbelagbringt keine Entscheidung. Derselbe lag noch 4 cm unter dem jetzt hergestellten,aus Fig. 7 ersichtlichen Fussboden; er bestand aus quadratischen Thonfiiesen,welche 15 cm in der Seite maassen und, abwechselnd roth und schwarz, über Eckverlegt waren; sie bildeten einen Belag, der dem 11. Jahrhundert allerdings ange-hören, ebenso gut aber auch ein Werk des 13. Jahrhunderts sein kann.
gelitten hatte, im Jahre 1771 abgebrochen wurde. Ein vorn an der Krypta in.ihrer ganzen Breite vorbei-laufender Gang, die sogenannte „Gans", welche längere Zeit zur Aufbewahrung der Paramente für denPfarrgqttesdienst benutzt worden war, wurde 1777 niedergelegt. Tücking a. a. O. Seite 100.') Tücking a. a. O. Seite 9 ff., 15.