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Die St.-Quirinus-Kirche zu Neuss : unter Zugrundelegung der Restaurationspläne des Regierungsbaumeisters Julius Busch
Entstehung
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Die Kirche des 9. Jahrhunderts.

Ihre ursprüngliche Gestalt und ihr Einfluss auf dienachfolgenden Bauten.

U

m für die Gestaltung der Kirche des 9. Jahrhunderts einige Anhaltspunktezu gewinnen, müssen die baulichen Eigentümlichkeiten in's Auge gefasst werden,deren schon bei der Beschreibung der jetzigen Kirche gedacht ist.

Es wurde dort der beträchtlichen Verschiedenheit in den Abmessungen dereinzelnen Gewölbejoche Erwähnung gethan und zugleich betont, dass die Kapellen-ausbauten nicht mit der Jochtheilung zusammenfallen. Es lässt sich nicht ver-kennen, dass die jetzige Theilung einen unruhigen Eindruck macht. Wenn indessOtte sagt und hierin spricht er die herrschende Ansicht aus:Fast könntees scheinen, als habe der Meister das Unsymmetrische und Regelwidrige förmlichgesucht" 1 ) so will es doch schon von vornherein scheinen, dass hiermit einemManne wie Wolbero wohl Unrecht geschieht. Denn den Westbau preist, wie wirsahen, Otte selbst als herrlich; der gesammte übrige Bau aber bietet keine Hand-habe, welche es rechtfertigt, Wolbero der Willkür zu beschuldigen; er zeigt ihnim Gegentheil als einen scharfsinnig berechnenden Konstrukteur, der, von dem West-bau abgesehen, sich eher einer zu nüchternen als einer zu phantastischen Auf-fassung schuldig gemacht hat. Soll die Annahme, dass derselbe Mann die Spielereibegangen hat, welche in der Arkadentheilung uns vor Augen steht, als begründetangenommen werden, so bedarf es hierzu gewichtiger Beweismomente, die Behaup-tung allein genügt nicht. In einer andern Auslassung, welche sich auf dem gleichenBoden mit der schon früher angeführten Bemerkung Essenwein's bewegt, war Ottesicherlich auf dem richtigeren Wege. Es ist dort, wo er sagt:Ob bei dem Neubauetwa ältere Mauerstücke benutzt und nur neu überkleidet sein mögen, lässt sichzwar nicht bestimmen, ist aber sehr wahrscheinlich, da das Gebäude mancherleisonst schwer erklärliche Versündigungen gegen alles Ebenmaass zeigt." 2 ) Gewiss,es müssen triftige Gründe gewesen sein, welche den Architekten hierzu gezwungenhaben. Solche können an erster Stelle nur in einem älteren Bauwerk zu finden

x ) Otte a. a. O. Seite 377. Aehnlich DohmeGeschichte der deutschen Baukunst", Berlin 1887,Seite 132, dessen Aeusserungen sich bei FreeseDie Entwicklung des christlichen Thurmbaues", München1888, Seite 32, wiederfinden.

2 ) Otte a. a. O. Seite 376.

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