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hat, nicht dem Langhaus, sondern dem^Chor der alten Kirche angehört. Es istdabei weiter angenommen, dass dieses, rheinischer Baugewohnheit entsprechend,im Halbkreis geformt war. Bei einer einfachen Ummantelung dieser Apsis wares möglich, die Krypta aufzuführen und mit einem Hochchore zu überbauen, ohneden Gottesdienst in der alten Kirche zu beeinträchtigen. Nach Fertigstellung desAnbaues konnte es dann nur wenig Mühe verursachen, die trennende Apsiden-wand zu beseitigen. Wollte man die am Rheine allerdings seltene Form desgeraden' Chorabschlusses annehmen, so würde die Verbindung von Krypta undChor sich noch ungezwungener ergeben.
Die Krypta bestand, wie noch jetzt leicht und deutlich zu erkennen ist, inihrer ursprünglichen Anlage aus einem durch Säulenstellungen dreifach getheiltenMittelraum mit östlicher Apsis und seitlichen Nebenschiffen. Der alte Chorabschluss,welcher durch eine halbkreisförmige, an die beiden den Mittelraum östlich be-grenzenden Pfeiler sich anschliessende Apsis gebildet wurde, ist nicht mehr vor-handen ; der Verlauf desselben ist indess in den Grundmauern gegeben, welchezu Tage traten, als jüngst der. Fussboden behufs Anordnung einer neuen Beplattungtiefer gelegt werden musste. Die Nordwand steht noch jetzt in ihrer alten Archi-tektur ganz und die Südwand zum Theil aufrecht. Des Weiteren ergibt die Mes-sung, dass zwischen dem mittleren Pfeiler und der Abschlussmauer im Westen'sich ein gleiches System von Pfeiler und Säule einschalten lässt, wie es nach Ostenhin noch jetzt vorhanden ist. Die unter Fig. 19 versuchte Rekonstruktion wirdsomit durch ausreichende Anhaltspunkte gestützt.
Bekannte Beispiele eines derartigen kryptenartigen Erweiterungsbaues nachOsten bieten die Kirche von Süsteren 1 ) und die Abteikirche in Werden 2 ), beideaber besitzen kein Obergeschoss und haben ein solches auch nie besessen. 3 ) Aufdiese Beispiele könnte man sich berufen, wenn man auch für Neuss eine analogeAnlage annehmen wollte. Aber es spricht dagegen der Umstand, dass die beiHerstellung der jetzt aus dem Langschiff in die Vierung führenden Treppen auf-gefundenen älteren Treppen 4 ) bis zu dem Fussboden der älteren Kirche, d. h. bisauf den alten 49 cm unter dem Fussboden der jetzigen Kirche befindlichen Fuss-boden heruntergingen (vgl. Fig. 2 und 3). Die Treppen gehörten also nicht derKirche des 13. Jahrhunderts an, sie führten aus der alten Kirche zu einem dieser
') Dehio-Bezold a.a.O. Tafel 47,-Fig. 8. — von Fisenne „Kunstdenkmale des Mittelalters",I. Serie, Aachen.
2 ) Stiiler u. Lohde a. a. O. Tafel II — IV. —■ Wulff „Die Abteikirche zu Werden" im Organ fürchristliche Kunst, Jahrg. 1866, Nr. 9 ff.
3 ) Auch die Maximinkirche zu Trier besass eine solche östlich über das Chor hinausgehende, miteinem eigenen Dache versehene (um die- M'We des 10. Jahrhunderts errichtete) Kryptenanlage. Sauer-land „Bau und Grundriss der Trierer Maximinkirche vor 950 Jahren" im Pastor bonus. Trier 1889. S. 310 ff.
'*) Die in Fig. 5 eingezeichnete, neuerdings beseitigte Treppenanlage gehörte nicht dem 13., sonderndem 18. Jahrhundert an. Früher befand sich hier ein Ambo, welcher, weil er im Laufe der Zeit sehr