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Die St.-Quirinus-Kirche zu Neuss : unter Zugrundelegung der Restaurationspläne des Regierungsbaumeisters Julius Busch
Entstehung
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Spätere Schicksale des Bauwerkes und die beabsichtigte

Wiederherstellung.

Ly'\e Kirche hat im Laufe der Jahrhunderte manche Unbill erlitten. 1 ) In der.Nacht vor dem Feste Jacobi (24./25. Juli) 1496 wurde der Westthurm durch einenBlitzstrahl in Brand gesetzt, in der Gluth des Feuers schmolzen die Glocken unddas Blei, womit damals das ganze Dach bedeckt war, und auch das Dach selbstging mit Ausnahme des östlichen Thurmhelmes ganz in Flammen auf. Da Stadtund Stift noch zu sehr unter den Nachwehen des vorangegangenen burgundischenKrieges litten, um ohne fremde Beihülfe die Baukosten aufzubringen, sandte dieAebtissin den Priester Wilhelm Boltz und den Bürger Rembold Budde im Jahre 1497mit einem Almosenbrief aus, um milde Beiträge zu sammeln. Ferner genehmigtePapst Alexander am 13. März 1497, dass 500 Gulden, welche durch ein Ver-mächtniss zu wohlthätigen Zwecken bestimmt waren, zur Herstellung der Quirinus-kirche und der sechs geschmolzenen Glocken verwendet werden dürften. 2 ) )f GrosseBeschädigung erlitt die Kirche dann später im truchsessischen Kriege. Am 26. Juli1586 wurde bei der Erstürmung der Stadt ausser dem Stiftsgebäude auch die Kirchevom Feuer ergriffen. Nicht allein das Innere wurde verheert, sondern auch das ganzeHolzwerk des Glockenthurmes und ein grosser Theil des Kirchendaches verbrannte,die Gewölbe und Mauern der Kirche nahmen bedeutenden Schaden. Von Seiten desStiftes wurde sofort an die Wiederherstellungsarbeiten herangetreten; im Jahre 1587wurde derStubbenthurm", wie der Vierungsthurm damals hiess, die vier Eck-thürmchen, das hohe Chor, das Johannes-Chor, das Damen-Chor, ebenso das ganzeLanghaus wieder hergestellt 3 ) und neu bedacht, der Westthurm aber blieb nochviele Jahre unbedeckt und seiner Glocken bis auf eine beraubt. Denn das Stiftforderte, dass der Rath und die Gemeinde der Stadt den Glockenthurm mit seinenAbhängen wieder herstellen, neue Glocken beschaffen, auch dem Stifte seine Aus-lagen für das Schiff der Kirche erstatten solle. Zur Erklärung dieses gegen dieStadt erhobenen Anspruches dienen einige Bemerkungen.

') Löhrer a. a. O. Seite 68.8) Tücking a. a. O. Seite 37.s ) Tücking a. a. O. Seite 55.