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Die St.-Quirinus-Kirche zu Neuss : unter Zugrundelegung der Restaurationspläne des Regierungsbaumeisters Julius Busch
Place and Date of Creation
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Aber noch einmal wurde die Kirche von einem verheerenden Unfall betroffen.Am 6. Februar 1741, 1 Uhr Nachts, fuhr bei einem furchtbaren Gewitter der Blitzin den Westthurm, dessen Spitze ganz niederbrannte; auch das Holzwerk imUnterbau wurde zerstört, die Glocken durchschlugen das Gewölbe, und die bren-nenden Balken fielen theils in die Kirche hinunter, theils auf die Dächer desMittelschiffes und der Seitenschiffe. Von dem Dache des Langhauses verbreitetesich der Brand über den Stubbenthurm mit seinen vier Flankirthürmchen und überdie Dächer des Chors und Querschiffes; nicht nur die Spitzen der Thürme, auchdie Giebel der Kreuzarme und die Zwerggallerien der Apsiden wurden vernichtet.Bei der Wiederherstellung wurden Stadt und Stift durch den Kurfürst und durchBeiträge aus Nah und Fern unterstützt. Die Stadt begann gleich im ersten Jahrmit der Ausbesserung der Mauern des Hauptthurmes und mit der Ersetzung desHolzwerks, Hess aber statt der hohen Spitze nur ein niedriges Dach aufführenund nur zwei kleinere Glocken giessen. An Schiff und Chor beschränkte mansich auf eine nothdürftige Reparatur der Gewölbe; die Herstellung der Dächerund des Mauerwerkes kam dagegen in den ersten Jahren nicht zu Stande, daauch jetzt wieder Stadt und Stift über die Baupflicht und die Theilung der Kostensich nicht verständigen konnten. Die Aebtissin wollte nur den Stubbenthurm unddie Chordächer auf ihre Rechnung nehmen, erklärte sich aber später bereit, auchden dritten Theil der Ausgaben für das Dach des Langschiffes zu tragen. Diedrei Giebel von Chor und Querschiff mit ihren reichen Zierden und die Zwerg-gallerien der Apsiden hätten wegen der starken Beschädigungen fast vollständigerneuert werden müssen; man nahm der Kostenersparniss halber hiervon Abstandund Hess die Reste der Gallerie, der Giebel und der Flankirthürmchen forträumen.Die Joche zwischen der Vierung und den Apsiden wurden mit Mansardendächernüberdeckt, die Apsiden erhielten ausgebauchte Walmdächer. Der Thurm selbstwurde nicht wieder mit einer geraden Spitze, sondern mit einem Kuppeldachversehen und erhielt von dem darauf errichteten in Kupfer getriebenen Standbildedes hl. Quirinus seitdem den Namen Quirinusthurm. 1 ) Die Stadt hatte mit demHauptschiffe zugleich die Seitenschiffe (Abhänge) decken lassen und eine neueThurmuhr beschafft.

Auch das Innere erfuhr tiefgreifende, aber nicht schöne Umgestaltungen. Deralte aus dem Mittelschiff in die Krypta führende Treppeneingang war, wie schonerwähnt, im Jahre 1747 zu einer Grabkammer für die Aebtissin Luise von Loeumgebaut worden, 2 ) bei welcher Gelegenheit dann auch wahrscheinlich der seitlicheEingang zur Krypta angelegt wurde. Der zur Verlesung des Evangeliums die-nende Ambo, welcher sich über diesem Eingange befand, wurde im Jahre 1771

') Tücking a. a. O. Seite 96, 97.

*) Tücking a. a. O. Seite 98. Aldenkirchen a. a. O. Seile 8G.