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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
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Band IV.

II. Abtheilung: Beschreibung der Präparate.

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XIV. 14.

Zwei Preussisoke Langbleiprojektile aus dem Becken einesdurch zwei Schüsse in den Unterleib am 18. August 1870 ver-wundeten, am 30. August 1870 verstorbenen Franzosen NamensTrevelot.

XIV. 15.

Französisches Projektil mit stachelartigen Deformitätenan Mantelfläche und Basis. Spitze glatt abgeplattet. Franzke,verwundet am 4. September 1870. Lochschuss im Humerusund Fraktur der Ulna. Die Kugel wurde am 4. September187Ü aus dem Spat, interosseum am Vorderarm extrahirt.

XIV. 16.

Chassepotprojektil durch Aufschlagen auf die Tibia vonder Spitze und etwas von der Seite her abgeplattet. In derauf diese Weise gebildeten Fläche eine tiefe Grube.

XIV. 17.

Preussisches Langblei, an Basis und Spitze stark deformirt.Franzose Perrot,4»verwundet am 16. August 1870, gestorbenam 29. August 1870 an traumatischer Pneumonie. Die Kugelwurde bei der Sektion aus der Lunge ausgeschnitten.

XIV. 18.

Pieussisches Langblei, wenig deformirt. Es hatte dieBrust eines Franzosen Namens Didier durchdrungen undwurde am Rücken neben einem Processus spinosus ausgeschnitten.

XIV. 19.

Französisches Projektil ohne Deformation, stammt aus derHinterbacke des Musketier Kanke, verwundet am 16. August1870, gestorben am 3. September 1870.

XIV. 20.

Chassepotprojektil, vorwiegend an einer Seite der Mantel-fläche und des Basalrandes deformirt, aus dem zertrümmertenHüftgelenk eines Verwundeten Namens Rosmanik bei derResektion entfernt.

[Dr. Voss, Lazareth Engers.]

XIV. 21.

Zwei Fragmente von zwei Französischen Geschossen miteingekeilten Knochensplittern. Eierschmalz vom Bayer. Inf.Regt. No. 12, erlitt in der Schlacht bei Sedan eine Schussfrakturder Klavikula.

XIV. 22.

Chassepotprojektil, von der Spitze her stark deformirt, zweiGlieder der Helmschuppenkette und ein grosses Stück Metall-draht operativ aus der Schädelhöhle entfernt.

Adolf Deich mann vom 1. Hess. Inf. Regt. No. 81, wurdeverwundet am 23. September 1870 bei Metz. Schussfrakturdes rechten Scheitelbeins in der Mitte zwischen Pfeilnaht undäusserem Gehörgange. Prolapsus cerebri. Ende des Schuss-kanals im Hinterhauptbein, dicht über dem Tuber accipitale,dort wurden nach Inzision der Haut, die genannten Objekteentfernt. Beständiger Abfluss von Gehirnmasse. Hirnerschei-nungen fehlen fast vollkommen. Sensorium bis kurz vor demTode am 4. Oktober 1870 fast gar nicht benommen.

[11. Feldlazarett! des I. Armeekorps.]

XIV. 23.

Chassepotkugel, an der Spitze und an der einen Seite derMantelfläche deformirt. Adolf Henrici vom l.Hess. Inf.Regt.

No. 81, verwundet am 23. September 1870 bei Metz. Pene-trirende Bauchwunde. Eingangsöffnung vorn rechts, 3 cm unterdem Rippenbogen und etwa 8 cm nach aussen von der Lineaalba. Ausgangsöffnung fehlt. Akute Peritonitis, die glücklichbekämpft wird. Acht Tage nach der Verletzung Entleerungder Kugel mit dem ersten Stuhlgange. Geheilt. Patient be-fand sich im Dezember in Deutschland und schrieb, dass esihm gut gehe.

XIV. 24.

Sprengstück einer Granate, durch welches ein Oberschenkelin 36 Stücke zertrümmert war. Das Stück wurde bei der Zer-legung des amputirten Oberschenkels gefunden.

XIV. 25.Zwei ungleich grosse Fragmente einer Chassepotkugel,bei der Sektion des an Pneumonie verstorbenen Garde-FüsilierKronert, im rechten Oberschenkel gefunden. Eine durch dasGeschoss erzeugte Fraktur des Os femoris war vollkommenkonsolidirt.

XIV. 26.

Seitlich stark abgeplattetes Chassepotkugelfragment. Beider Sektion im Oberschenkel vorgefunden, eingekapselt in eineBindegewebsmembran. Der Knochen war nicht frakturirt.

XIV. 27.

Stark deformirtes Kugelstück, das nur noch an der einiger-maassen erhaltenen Basis als von einem Chassepotprojektil ab-stammend zu erkennen ist, wurde gleichzeitig mit beiliegendenTuchfetzen und Knochensplittern 1870 im Barackenlazarethdes Tempelhofei Feldes extrahirt.

[B. L. d. T F.]

XIV. 28.

Mitrailleusenprojektil mit grossem seitlichen Defekt, dessenRänder ursprünglich aufgeworfen und scharf an einzelnenStellen abgeplattet und geglättet sind. Spitze beträchtlich de-formirt. Das Geschoss wurde im Jahre 1870 im Barackenlaza-reth des Tempelhofer Feldes extrahirt.

[B. L. d. T. F.]

XIV. 29.

Drei Kugelfragmente, aus Schusskanälen der Hand vonProf. Groke im Reservelazareth Demmin 1870 extrahirt.

XIV. 30.

Fünfzehn in einem Pappkästchen zu sechs Gruppen(af) vereinigte Chassepotkugeln, die während des Feld-zuges 1870/71 extrahirt wurden, repräsentiren die wichtigstenan diesem Projektil vorgekommenen Gestaltsveränderungen:

a. Fünf dieser Geschosse sind fast ausschliesslich an derSpitze deformirt;

b. zwei von der Spitze her so stark plattgedrückt, dassnur noch die Basis und der zunächst an sie angrenzendeAbschnitt des Mittelstücks in der normalen Form er-halten ist;

c. (Taf. LV1. Fig. 4) eine Kugel von der Spitze und etwasvon der Seite her fast total plattgedrückt, so dass vonder Mantelfläche fast gar nichts mehr erhalten ist. Diedurch die Abplattung neugebildete Fläche ist konvex,ihre Umrandung nach der intakt gebliebenen Basis um-gebogen ;

d. (Taf. LVI. Fig. 5) eine Kugel, von der Spitze her stark