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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
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Katalog der kriegs-chirurgischen Sammlung.

Band IV.

Ainputatio femor. dextr., 8 cm unterhalb des Trochantermajor. Zwischen den Trümmern der frakturirten Partiemehrere kleine Bleistücke, von denen eins vorliegt.Gestorben am Abend nach der Operation.x. Muldenartig ausgehöhltes Langbleifragment (Basaltheil)mit eingekeiltem Knochenstück.

Hoffmann, Oesterreichischer Infanterist, verwundetin der Schlacht bei Königgrätz durch Schuss in denlinken Oberschenkel ohne Ausgangsöffnung, gab an, ersei nach der Verletzung auf den rechten Oberschenkelgefallen, wobei die Kugel sich von selbst aus der Wundeentfernt haben müsse. Unter Chloroformnarkose wirdeine Fractura colli femoris dextri diagnostizirt. Am23. Juli 1866 gestorben anPyämie. Die an der äusserenSeite des linken Oberschenkels nach vorn und untenvom Trochanter major eingetretene Kugel hatte hier denKnochen leicht gestreift, dann aber in der Frontal-ebene ziemlich horizontal oberhalb der Urethra nachrechts vordringend von den vorderen Bändern derabsteigenden Schani- und aufsteigenden Sitzbeinästebeiderseits schmale Leisten abgesprengt und schliesslicheinen Bruch des rechten Oberschenkelhalses erzeugt.

Bei der Obduktion wurde sie der Innenseite desoberen Femurendes anliegend vorgefunden,y. Stark abgeplattetes muldenartig gebogenes Kugel-fragment.z. Oesterreichische Kugel mit zahlreichen Impressionen.

aa. Preussisches Langblei, von der Spitze her schräg ab-geplattet.

bb. Pfiugscharähnlich abgeplattete Kugel, exzidirt an derAussenseite des linken Oberschenkels dicht über derPatella eines Oesterreichischen Verwundeten vom Regi-ment König von Hannover No. 42.

cc. Langblei mit geringer Abplattung der Spitze, extrahirtaus einem Schusskanal, der 2,5 cm nach links vom Proc.spinosus des vierten Halswirbels begann und etwas nachvorn und aussen gerichtet war.

dd. Vollkommen intakte Kartuschekugel.

XIV. 3.Ein Langbleiprojektil, dem Verwundeten Montsch vomOesterr. Inf. Regt. No. 78 aus dem oberen Ende der rechtenTibia extrahirt, an der einen Seite der Spitze eine schräge Ab-plattung, an der andern einen Substanzdefekt zeigend.

XIV. 4.Taf. LV1. Fig. 1.Ein an zwei Seiten abgeflachtes und muldenartig gebogenesLangbleiprojektil, dem Verwundeten Warga vom Oesterreich.Regt. Parma No. 2 aus dem rechten Unterschenkel extrahirt.

XIV. 5.Eine Kartätschkugel, dem Grenadier Rodloff I. vom3. Garde-Regt. z. F. aus der rechten Hinterbacke extrahirt.

XIV. 6.Ein an der Basis sehr wenig deformirtes, an der Spitzeintaktes Langbleiprojektil, dem Verwundeten Maurici vomOesterreich. Inf. Regt. No. 60 extrahirt, es war zwischen Radiusund Ulna eingekeilt.

XIV. 7.Taf. LVI. Fig. 2.Ein Langbleiprojektil, das sich am Knochen von derSpitze her gabelförmig gespalten hat, dem VerwundetenBarlint

vom Oesterreich. Inf. Regt. No. 25 aus einer penetrirendtnSchusswunde des Schädels extrahirt. Sehr schwierige Extraktionmittelst eines starken Hebels, dessen Eingreifen an der Kugelsichtbar ist.

XIV. 8.Minimale Kugelfragmente aus dem vorderen Rande desKopfnickers, durch Inzision entfernt am 15. Juni 1873. Patientwar 1866 bei Skalitz verwundet worden.

[Oberstabsarzt Dr. Hahn.]

Projektile aus dem Feldzug 1870/71.

XIV. 9.Ein 5 Pfund schweres Granatstück. Soldat Huber vomBayer. 11. Inf. Regt., 11. Komp., wurde auf Vorposten in Fon-tenay so verwundet, dass das Granatstück oberhalb der rechtenKlavikula, ohne sie zu frakturiren, eindrang und am Schultsr-blatt zwischen Haut und Muskeln extrahirt werden musste.Geheilt,

XIV. 10.Eine vorwiegend an den beiden Enden deformirte Kugelmit seichten Impressionen an der Mantelfläche und eingekeiltenKnochensplittern. Musketier Halstenbach vom 7. Westfäl.Inf. Regt. No. 56 wurde am 16. August 1870 bei Metz ver-wundet am rechten Stirnbein; am 20. August Extraktion vonKnochensplittern, wobei die Kugel gefunden und entferntwurde. Dieselbe war fast ganz unter der Lamina vitrea ver-borgen. Dura mater zerrissen, Gehirn sichtbar, Puls 56. Am15. September verlässt Patient das Bett, am 27. Februar 1871als geheilt entlassen.

[Dr. Voss, Lazareth Ehrenbreitstein.]

XIV. 11.Taf. LVI. Fig. 3.

Chassepotkugel, welche von der Spitze her plattgedrücktist. Auf der rauhen, nicht gedrückten Fläche haften Leinwand-Stückchen fest wie angeleimt. An einer kraterartig gestaltetenStelle, welche die Basis des Geschosses repräsentirt, ein der-selben genau entsprechend konturirtes lose aufliegendes Tuch-stückchen. Ludwig Strunck vom Rhein. Inf. Regt. No. 29.verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte, Kugel wardurch die Patronentasche in die vordere Bauchwand gedrungenund wurde dort am 23. Januar 1871 extrahirt. Geheilt.

XIV. 12.

Tabatieregeschoss, an der Spitze stark deformirt, mit seiner

Basis in fester Verbindung ein Pappepfropf. Füsilier Dionysius

Birkle vom 3. Rhein. Inf. Regt. No. 29, am 23. Dezember 1870

an der Hallue verwundet am linken Hüftbeinkamm heim Liegen.

Das Projektil wurde am 7. Juni 1871 in Ehrenbreitstein aus der

Fossa iliaca ausgeschnitten.

[Dr. Voss.]

XIV. 13.Ein an der Spitze sehr unregelmässig deformirtes, an einerSeite der Mantelfläche einfach abgeplattetes Projektil, in eineinzerschmetterten Oberschenkel bei der Obduktion gefunden.Michelmann, verwundet am 16. August 18'70, gestorben am30. August 1870 an Pyämie.

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