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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
Entstehung
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Band IV.

II. Abtheilung: Beschreibung der Präparate.

differenzirende Knochenmasse. Der Verletzte war im Stande,noch bis zum Jahre 1815 weiter zu dienen; er starb 1827.

(Geschenk des Generalarztes Dr. Stiive.)

(In der Dissertation von Reynier, Berlin 1856, genau beschrieben.)

XU. A 39.Taf. LH. Fig. 1 und la.Konsolidirte Schussfraktur der rechten Tibia und Fibula;

Die Tibia ist in der Mitte zerschmettert, das obere unduntere Fragment durch Knochenmassen in einem nach vorn undinnen offenen Winkel vereinigt, wobei das untere Bruchstücknach oben hinaufgezogen ist. Drei grosse Splitter von 6 und8 cm Länge spannen sich aussen vorn und innen über denWinkel und stützen, indem ihre Enden mit dem oberen undunteren Bruchstück verwachsen sind, die Vereinigung. Inmittender Kallusmassen sitzen einzelne nekrotische Splitter eingekeiltDie Fibula hat 4 cm unterhalb des Köpfchens eine Infraktionerlitten, welche jetzt, mit dem Scheitel nach hinten und aussengerichtet, geheilt ist. In der Mitte ist sie (ausserdem) querfrakturirt, das untere Bruchstück ist über 4 cm hinter demoberen in die Höhe gezogen, durch feste Knochenmassen ineinem Abstand von etwa 1 cm mit ihm vereinigt.

Georg Millius, 1. Bat. Hannov. Füs. Eegts. No. 73, ver-wundet am 14. August 1870, amputirt am 21. November 1870,gestorben am 7. Dezember 1870.

Sektion: Starke Jauchung der Bruchstelle, Knie- undFussgelenk frei. Amputation zwischen mittlerem und unteremDrittel des Oberschenkels. Thrombophlebitis im Amputations-stumpf. Metastatische Abszesse beider Lungen, eitrige Pleuritisbeiderseits. Hämorrhagische Erosionen des Magens. Herd-erkrankungen im Dünndarm. Diphtheria coli, linksseitigeNierencyste.

[B. L. d. T. F.]

XII. A 40.

Koiisolidirte Schussfraktur der linken Tibia, etwa handbreitunterhalb des Kniegelenks.

Die Vereinigung der Fragmente ist nur an der hinterenWand des Knochens erfolgt unter Entwickelung eines massigenaber festen Kallus. Unterhalb der Tuberositas besteht ein huf-eisenförmig mit der Konvexität nach oben gerichteter, sehrtiefer Defekt der vorderen und seitlichen Knochenpartien. Der-selbe ist über die Krista hinweg gemessen 6 cm breit, 1 bis 2cmhoch. Die" durch den Defekt eröffnete Markhöhle ist nach obenund unten durch Knochenneubildung abgeschlossen. Fibulaunverletzt.

Emanuel Lessei, Gefreiter vom Landwehr-Regt. No. 59,verwundet am 1. September 1870 bei Metz, gestorben am1. Februar 1871 im Barackenlazareth Berlin an Pyämie.

Sektion: Zwei vernarbte Schussöffnungen am linken Unter-schenkel, eine an der äusseren Seite 9 cm unterhalb des Knie-gelenks, die andere am inneren Anfang ein wenig tiefer. Beidesind durch ödematöses Bindegewebe mit dem Knochen verbunden.Eiterung ist nicht mehr vorhanden. Der Defekt in der Tibiaist durch sehnenartige Bänder überbrückt. Kniegelenk mittrüber sulziger Flüssigkeit gefüllt. Fuss- und Hüftgelenk,sowie Venen frei. Metastatische Abszesse beider Lungen mitPleuritis purulenta duplex. Grosse Leberabszesse mit zirkum-skripter fibrinöser Peritonitis. Abszess in der rechten Niere.Vereiterung des rechten Sternoklavikulargelenks. ^

[B. L. d. T. F.]

Konsolidirte

XII. A 41.

Schussfraktur der linken Tibiadicht über den Malleolen.

Das Präparat ist durch Amputation gewonnen. Au derFrakturstelle fehlen die vorderen und äusseren Knochenpartiender Tibia, so dass die Markhöhle eröffnet ist. Alle vier Bruch-stücke und einige kleine Splitter sind durch ziemlich reichlichenKallus mit sehr geringer Dislokation fest vereinigt. An derhinteren Fläche der Tibia geht eine Fissur nach abwärts. Sieist in ihrem unteren Abschnitt durch flachen Kallus gefüllt undverdeckt. An der hinteren Fläche der Fibula dünne Knochen-auflagerungen, bis zur Amputationssägefläche hinaufreichend.8 cm unterhalb der letzteren befindet sich eine durch ober-flächliche Nekrose in einer Ausdehnung von 3,5 cm fast ab-gestossene Partie der Kortikalsubstanz.

Ludwig Sperleder vom 1. Hess. Inf. Regt. No. 81, ver-wundet am 16. August 1870, amputirt am 8. Februar 1871 imBarackenlazareth Berlin.

Sektion des amputirten Theiles: Fussgelenk voll Eiter.Die entblössten Gelenkflächen kariös. Ossifizirende und zirkum-skripte eitrige Periostitis an der hinteren Fläche der Fibula.

[B. L. d. T. F.]

XII. A 42.

Konsolidirter Sclirägbruch der rechten Tibia und Fibulazwischen oberem und mittlerem Drittel. Unregelmässiger Bruchmit starker Splitterung. Die jetzt vollständige Vereinigung istso erfolgt, dass abgesprengt gewesene Knochensplitter undKallusmassen an der äusseren und inneren Seite zwei breiteBrücken bilden, die von einem Fragment zum andern gehen,zwischen ihnen bleibt eine grössere Höhle. Die schräg frak-turirte Fibula ist mit geringer Dislocat. ad longit. geheilt.Unteres Bruchstück gegen das obere nach aussen und etwasnach hinten emporgeschoben. Letzteres steht mit dem unterenBruchstück der Tibia durch eine unregelmässige Kallusbrückein Verbindung.

Hermann Wenk vom 1. Ostpreuss. Gren. Regt. No. 1,verwundet am 1. September 1870 bei Noisseville, gestorben am22. Februar 1871 im Barackenlazareth Berlin.

Sektion: Zwei Schussöffnungen in der Mitte des rechtenUnterschenkels, eine am vorderen inneren, eine am äusserenUmfang, letztere ist vernarbt. Ausserdem mehrere Inzisionenam Unterschenkel. Starke Verjauchung der Weiehtheile amUnterschenkel, eitrige Kniegelenksentzündung mit Zerstörungder Knorpel. Eitrige Periostitis am Schaft des Oberschenkelsmit Eitergängen zwischen den Weichtheilen. Venen und Hüft-gelenk intakt. Massiger Milztumor.

[B. L. d. T. F.]

Amputationenx, Eartikulationen wegen Unter-schenkels chüssen.(Hierzu vergl. 17, 19, 21, 22, 28,32, 34, 35, 36, 39, 41.)

XII. A 43.

Amputation des rechten Unterschenkels wegen Schussfrakturder Tibia und Fibula dicht über den Malleolen.

Das Präparat besteht aus dem 10 cm unterhalb des Knie-gelenks amputirten, unteren Abschnitt der Tibia und Fibula, undaus dem bei der Sektion gewonnenen oberen Viertel eines jedendieser beiden Knochen. Reichliche Kallusmassen an beidenKnochen, ohne Konsolidation. Nekrose der äusseren und zum

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