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Katalog der kriegs-chirurgischen Sammlung.
Band IV.
XII. A 30.
Splitterfraktur der Tibia und Fibula sinistra.Reichliche Osteophytenbildung — zahlreiche Sequester inder Abstossuug begriffen — wieder vereinigte Fragmente,welche durch die künstliche Mazeration abgelöst wurden oderabgebrochen sind.
XII. A 31.
Splitterbruch beider Knochen des linken Unterschenkelsim unteren Drittel.
Zertrümmerung des Capitul. fibulae und tiefgehende Fissu-rirung des Caput tibiae. Die Bruchfläche des unteren Fibula-fragments liegt etwa 5 cm höher als die des entsprechendenBruchstücks der Tibia. Von der Bruchfläche des oberen Frag-ments der letzteren verläuft eine Fissur nahezu 15 cm weitnach aufwärts, zuerst an der hinteren, dann an der äusserenFläche des Knochens. Die das Caput tibiae durchsetzende Fissurbeginnt auf der Kniegelenksfläche nahe dem äusseren Abschnittihres vorderen Bandes und geht von hier — weit klaffend —unmittelbar oberhalb der Tuberositas schräg nach aussen unten— und zuletzt nach hinten. Massige Kalluswandung, scharfdemarkirte Nekrotisirung einzelner Kortikalpartien und Splitter.Partielle Usur der Kniegelenksfläche und der Gelenksfläche fürdas Capitulum fibulae.
Ernest Legros vom 27. Französ. Linien-Ilegt., verwundetam 6. September 1870 bei Strassburg, er wurde am 13. No-vember 1870 von einem Deutschen Lazareth übernommen, derUnterschenkel schien konsolidirt, die Wunden halb vernarbt.Am 20. November 1870 schmerzhafte Anschwellung des Knie-gelenks, rechtsseitige Pleuritis und Pneumonie. Am 26. No-vember 1870 Eröffnung des rechten Kniegelenks und reichlicheEntleerung von Eiter, bald auch Vereiterung des Tibiotarsal-gelenks und Verjauchung am Unterschenkel. Tod am 9. De-zember 1870 an Pyämie.
XII. A 32.
Schussfraktur der linken Tibia und Fibula dicht überden Malleolen.
Das untere Bruchstück der Tibia zeigt mehrere bis nahean den Band der Fussgelenksfläche gehende Fissuren. DünneKnochenauflagerungen ohne jede Konsolidation, oberflächlicheKaries und Nekrose in ziemlich grosser Ausdehnung an Tibiaund Fibula.
Fr. W. Wer nicke vom 5. Brandenburg. Inf. Begt. No. 48,verwundet am 16. August 1870. Amputirt am 29. Oktober1870. Tod am 1. November 1870 an Pyämie.
Sektion: Fussgelenk voll Eiter, umfangreiche Jauchung inder Gegend der Frakturstelle. Thrombophlebitis venae femo-ralis, alte metastatische Abszesse in den Lungen, Milztumor,schwache Enteritis. •
[B. L. d. T. F.]
XII. A 33.
Schussfraktur der rechten Tibia und Fibula unterhalbder Mitte.Im oberen Bruchende der Tibia an der äusseren und innerenFläche des Knochens je eine S-förmig aufwärts steigende Fissur.Zwischen den beiden Hauptfragmenten ist ein Knochenstückvon 8 bis 10 cm Länge zerstört. Von den Trümmern desselbensind nur zwei kleine Splitter vorhanden. Sänrmtliche Bruch-stücke zeigen sehr massige Kallusbildung.
XII. A 34.
Schussfraktur der rechten Tibia und Fibula etwas unterhalb
der Mitte.
Ausgedehnte Karies und Nekrose der Tibia bis zur Tube-rositas. Eeichliche, theilweise abgelöste Knochenauflagerungen,aber keine Spur von Vereinigung der Bruchenden.
Amputation dicht unterhalb der Tuberositas. Auch amStumpf noch nekrotische Partien. Tod acht Wochen nach derVerletzung.
XII. A 35.
Schussfraktur zwischen oberem und mittlerem Drittel derlinken Tibia und Fibula mit vielen Splittern, wenig Kalks.Kürassier August Hachmann, am 16. August 1870 beiMars la Tour durch Granatsplitter verwundet. Am 19. Sep-tember 1870 Amputation des Oberschenkels. 25. Septembergestorben an Verblutung.
[Dr. Stabel, Lazareth Kreuznach.]
XII. A 36.Taf. L. Fig. 3 und 3a.Splitterfraktur der Tibia und Fibula sinistra im oberenDrittel durch Gewehrschuss.Die Eingangsöffnung fand sich dicht unter dem Cond. int.Die Ausgangsöffnung unterhalb des Cond. ext. Gelenkflächenvollkommen intakt; Fibula dicht unterhalb des Kapitulum zer-splittert. Sechs Wochen nach der Verwundung: den 30. August1866 Amputation, den 3. September desselben Jahres gestorbenan Erschöpfung.
[Stabsarzt Dr. Bedecker, Lazareth Kissingen.]
XII. A 37.Taf. LI. Fig. 1.Komminutivschussfraktur der rechten Tibia.Das Präparat, welches nur aus einem Theile der Diapbysebesteht, zeigt Anheilung der Splitter durch festen Kallus.
Ferdinand Wolff, 22 Jahr, Oesterr. Lieutenant im 51.Inf.Begt., wurde am 3. Juli 1866 verwundet. Zwei grosse Knochen-splitter, welche seitwärts nach aussen verschoben waren, wurdenam 8. Juli 1866 extrahirt und die Heilung ging seitdem gutvon Statten. Am 26. Juli traten pyämische Erscheinungen auf;am 7. August 1866 erfolgte der Tod.
[Oberstabsarzt Dr. Spiering, Lazareth Cerekwitz.]
Heilungsvorgänge.(Hierzu vergl. 31.)
XII. A 38.Taf. LI. Fig. 2, 2a und 2b.
Das obere Stück einer Tibia, in welchem eine Kugel ein-gekapselt sitzt. (Berühmtes, in vielen chirurgischen Werkenerwähntes Präparat.)
Das Präparat stammt von einem Soldaten, welcher in derSchlacht bei Abukir einen Schuss in das Schienbein (geradeauf die Tuberositas) erhielt. Die eingekeilte Kugel wurde nichtherausgezogen; die Knochenwunde schloss sich durch neue,nachträglich kaum mehr als solche von der normalen zu
Band IV.
differenzirendnoch bis zum
(Gesehen!
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Emanuelverwundet am1. Februar 18'
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