Band IV.
Band IV.
II. Abtheilung: Beschreibung der Präparate.
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Schussrinne, 1 cm weit von demselben entfernt, gleichfalls bisnahe an den genannten Knorpelrand heran. Ueber der äusserenPartie desselben, entsprechend der Incisura fibularis, findet sichstatt dieser ein halbmondförmiger Defekt von 1 cm Breite undHöhe mit den Zeichen oberflächlicher Karies.
Franz Mithardt vom Sachs. Schützen-Regt. No. 108,2. Komp., verwundet am 2. Dezember 1870 vor Paris, gestorbenam 19. Januar 1871 im Barackenlazareth des TempelhoferFeldes.
Sektion: Dicht über dem Condyl. ext. femor. sin. sitzt eineGewehrschussöffnung, eine zweite, fast vernarbt, etwas tieferam inneren Rande der Kniekehle. Die erstere führt in einebis zur Mitte des Oberschenkels gehende Jauchehöhle, durchwelche der Nervus ischiadicus ganz nackt hindurchläuft. Knie-gelenk und Femur intakt. Die Venen des Unterschenkels ein-fach thrombosirt, von der Poplitea an mit Eiter gefüllt.
Oberhalb des rechten Fussgelenks an allen Seiten miss-farbige Geschwürflächen, welche auf die Knochen führen. DasFussgelenk, in welchem ein abgesprengtes Knochenstück vonetwa Bohnengrösse liegt, ist voll Eiter. Ebenso findet sichEiter zwischen Talus und Kalkaneus sowie zwischen ihnen undder nächsten Gruppe der Fusswurzelknochen, Os navicul. undOs cuboid. Alle diese Knochen zeigen in grosser Ausdehnungoberflächliche Karies, die zu völliger Zerstörung der Knorpel-übergänge geführt hat. Die Yenen der Extremitäten sind intakt.
[B. L. d. T. F.]
XII. A 11.Taf. XLIX. Fig. 2 und 2a.Lochschussfraktur im oberen Drittel der Tibiamit Splitterung und Splitterfraktur in dem entsprechenden Ab-schnitt der Fibula linkerseits.
Die Tibia zeigt 7 cm unterhalb der Gelenkfläche an deräusseren Fläche, dicht neben der Krista, ein schrägovales, 2 cmgrosses Loch mit abgerundeten Rändern, umgeben von Knochen-wucherungen (Einschuss). Von der ihr gegenüberliegendenhinteren und inneren Wand sind mehrere grössere und kleinereSplitter herausgebrochen; der grösste, an der Innenseite gelegen,ist 16 cm lang und 3 cm breit; diese Splitter sind in der rich-tigen Lage wieder fest miteinander verheilt. Zwischen zweisolchen Splittern, obiger Oeffnung gerade gegenüber, befindetsich ein 1,5 cm langer, 0,5 cm breiter Spalt, der nach oben undunten in geheilte Fissuren übergeht, von denen jedoch keine dieKnorpelfläche erreicht.
Die Fibula ist in gleicher Höhe wie die Tibia zersplittert,die ihrem oberen Abschnitte angehörenden Trümmer fehlen.Das vorhandene Bruchstück zeigt geringe Splitterung und An-heilung der Splitter durch festen Kallus.
Rudolf Albrecht von 10. Komp. 4. Brandenb. Inf. Regts.No. 24, verwundet am 16. August 1870; gestorben am 30. No-vember 1870 im Barackenlazareth Berlin an Pyämie.
Sektion: Schwach ikterische Färbung der Haut. Im oberenViertel der äusseren Tibiafläche, linkerseits unmittelbar nebender Krista, die Eingangsöffnung eines Schusskanals. An derWade mehrere Wunden, von denen eine jedenfalls die Ausgangs-öffnung repräsentirt, während die anderen von Inzisionen her-rühren. Kniegelenk mit viel stinkendem Eiter gefüllt. Venender Extremität intakt. Metastatische Abszesse in den Lungen.
[B. L. d. T. F.]
XII. A 12.
Partielle Schussfraktur dicht unter dem Condyl. int.
tibiae dextrae.Der umfangreiche Defekt lässt deutlich die Richtung desSchusskanals erkennen; die Kugel ist 3 cm unterhalb der Mitte
des hinteren Randes des Caput tibiae aufgeschlagen und hateinen von oben und aussen schräg nach innen und unten zie-henden Kanal gegraben, die angrenzenden Knochenpartien ab-sprengend. Von dem Defekt zieht eine Fissur nach unten.
Soldat Händtle, verwundet am 2. Dezember 1870 in derrechten Kniekehle; die Kugel war an der Crista tibiae subkutanzu fühlen und wurde extrahirt, es ist eine am vorderen Endeplattgeschlagene Chassepotkugel. Schon auf dem Schlachtfeldebedeutende Blutung, die sich öfter wiederholte.
Am 16. Dezember 1870 Amput. femor. im Zustande hoch-gradiger Anämie. Tod am 22. Dezember 1870 an Erschöpfung.
[Stabsarzt Dr. Fetzer.]
Komplete Frakturen.(Hierzu vergl. 39, 40, 41, 42, 43.)
XII. A 13.Schussfraktur der rechten Fibula im unteren Drittel.Ein 7 cm langes Stück ist herausgesprengt und fehlt.Spärliche Knochenauflagerung am oberen Bruchende und an derkorrespondirenden Fläche der Tibia.
Paul Goursand vom 47. Französ. Linien - Regt., ver-wundet am 6. August 1870; gestorben am 3. September 1870an Pyämie im Barackenlazareth Berlin.
Sektion: Thrombophlebitis der oberflächlichen Unter-schenkelvenen bis zum Kniegelenk. Metastatiscbe Abszesse inden Lungen, eitrige Pleuritis, Milztumor.
[B. L. il. T. F.]
XII. A 14.
Schussfraktur der rechten Fibula.
Dieselbe ist etwas oberhalb der Mitte frakturirt. Ein un-gefähr 5 cm langes Stück ist herausgesprengt und fehlt. Anden Bruchenden sind minimale Partien nekrotisch dernarkirtund nur ganz spärliche Kallusauflagerungen vorhanden.
Hippolyte Ordessier vom 54. Französ. Inf. Regt., ver-wundet am 18. August 1870; gestorben am 6. Oktober 1870.
Sektion: Fast geheilter Weichtheilschuss am linken Ober-schenkel. Am rechten Unterschenkel ist die geheilte Eingangs-öffnung unterhalb des Fibulaköpfchens, Ausgangsöffnung hinten,unterhalb der Wade. Abgegrenzte Jauchehöhle in der Mitteder Fibula. Phlegmone des linken Unterschenkels und Fusses.Allgemeine Anämie. Bronchitis und Bronchopneumonia dextra.Geschwüre an den Rändern der Epiglottis.
[B. L. d. T. F.]
XII. A 15.
Schussfraktur der linken Fibula durch Granatsplitteretwa ■ 12 cm über dem unteren Ende.
Hermann Brehend vom Garde-Schützen-Bat., verwundetam 18. August 1870; gestorben am 8. November 1870 imBarackenlazareth Berlin an Pyämie.
Sektion: An den nicht konsolidirten Bruchenden der Fibulamassige Kallusauflagerungen. Tibia intakt, mit dem unterenBruchende der Fibula durch lose Kallusmassen vereinigt. Zahl-reiche kleine Splitter in den Weichtheilen.
[B. L. d. T. F.]
XII. A 16.
Schussfraktur unmittelbar über der Mitte der rechten Fibulamit Kontusion der Tibia.Fibula schräg gebrochen. An beiden Fragmenten flacheKnochenauflagerungen, welche nekrotisch demarkirte Partien