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Katalog der kriegs-chirurgischen Sammlung.
Band IV.
2 cm unter dem Niveau des Zentrums dieses Halbkreises schrägfrakturirt. Nirgends eine Spur von Kallus.
Hauptmann Lölhöffel v. Löwensprung vom Leib-Gren.Regt. (1. Brandenburg.) No. 8, verwundet am 7. Oktober 1870.Am 17. Oktober 1870 Untersuchung und Dilatation der Wunde.Am 19. Oktober 1870 Tod. Es war Diphtherie der Wundensowie des Kolon und — drei Tage vor dem Tode — Trismusmit Tetanus aufgetreten.
Sektion: Eingangsöffnung am inneren Umfang des linkenUnterschenkels 12 cm unterhalb des Condyl. int. tibiae. Aus-gangsöffnung in der Mitte der Wade, durch Kreuzschnitterweitert. Spärliche Eiterung, Venen frei. Diphtheria colivom Transversum bis zum After.
[B. L. d. T. F.]
XII. A 3.
Taf. XL VIII. Fig. 1.
Splitterfraktur der rechten Tibia.
Dieselbe ist in viele grosse und kleine Splitter frakturirt,
nach deren Aneinanderfügung an der vorderen Fläche des
Knochens, da, wo erstere an die innere Fläche grenzt, ein 5 cm
in longitudinaler, 1 bis 1,5 cm in querer Richtung messender,
unregelmässig dreieckiger Defekt bleibt. Die Stelle, wo die
Kugel aufgeschlagen, zeigt Spuren von Bleifärbung.
Gottlieb Hermann, verwundet am 30. Oktober 1870,Schuss in den Unterschenkel, amputirt am 31. Oktober 1870im Oberschenkel. Tod am 10. November 1870.
XII. A 4.Taf. XLV1I1. Fig. 2.
Zerschmetterung der oberen Epiphyse der linken Tibia
und Fibula durch Granatsplitter.
Kanonier X. von der Garde-Feld-Artillerie wurde am
3. September 1867 auf dem Artillerie-Schiessplatz bei Tegel
verwundet; Abends am selbigen Tage Amput. femor. Geheilt.
[Stabsarzt Dr. Hahn.]
Amputationen und Exartikulationen.(Hierzu vergl. 1, 3, 4.)
XII. A 5.Schussfraktur der rechten Tibia und Fibula.Schrägbruch der Fibula 13 cm unterhalb des Köpfchensund Fissur von der Bruchstelle nach oben (2 cm lang). Schräg-bruch der Tibia von innen oben nach unten verlaufend, 8 cmüber der Fussgelenkfläche beginnend und 12 cm weiter obenendend. Keine Spur von Kallus.
Amput. femor. supracondyl. 13 Tage nach der Verletzung.
Andere Operationen.
XTI. A 6.
Knochensplitter aus der Mitte einer zerschmetterten Tibia.
Konrad Schmidt vom Bayer. Inf. Regt. No. 10. DieKnochensplitter sind intravitam 10 Tage nach der Verwundungextrahirt und zeigen deutliche Spuren von beginnender Nekrose.
Stümpfe.
XII. A 7.
Amputationsstumpf der linken Tibia und Fibula, bei dersehr bald nach der Operation erfolgten Sektion gewonnen.Das Präparat zeigt keine sekundären Veränderungen.
Sekundäre Verhältnisse.
Partielle Frakturen
(Kontusionen, Absprengungen, Lochschüsse).
(Hierzu vergl. 16, 31, 38, 45.)
XII. A 8.
Absprengung von der Crista tibiae sin. im unteren Dritteldes Knochens.
Gottlieb Grand vom Leib-Gren. Regt. No. 8 wurde am3. Juli 1866 verwundet. Es stellte sich Phlegmone des Unter-schenkels ein, die zu oberflächlicher Nekrose der Tibia führte.Am 25. August Tod an Pyämie.
[Oberstabsarzt Dr. Toussaiut, Lazareth Görlitz.]
XII. A 9.Taf. XLVIII. Fig. 3.
Kontusion mit ausgedehnter Fissurirung der rechten Tibia.Granatschussverletzung.
Die Tibia zeigt an ihrer oberen Hälfte an allen drei Seiten,besonders aber an der inneren Fläche, zahlreiche kürzere undlängere, bis in die Markhöhle gehende Fissuren; die längste ist15 cm lang, keine geht in das Kniegelenk. Fibula intakt.Keine Zeichen von Heilungsvorgängen an den Fissuren. Deut-lich ausgeprägte Epiphysenlinie.
Pierre Quetier vom 110. Franz. Linien-Regt., 5. Komp.,verwundet am 2. Dezember 1870 bei Champigny, gestorbenam 22. Dezember 1870 im Barackenlazareth des TempelhoferFeldes.
Sektion: Sehr ausgedehnte periostale Eiterung an denFissuren bis zum Kniegelenk, letzteres voll von übelriechendemEiter. Intensive Osteomyelitis. Sehr starker Ikterus.
[B. L. d. T. F.]
XII. A 10.
Taf. XL1X. Fig. 1.
Streifschuss der rechten Tibia
mit Eröffnung des Fussgelenks.
An der medialen Fläche der Tibia befindet sich eine schrägvon vorn, oben und innen nach aussen, unten und hinten ver-laufende 6,5cm lange, 1 bis 1,5cm breite und ebenso tiefeRinne, welche bis ins Fussgelenk geht. Von ihrem oberen Endeläuft eine durch Kallusspuren theilweise überbrückte Fissur8 cm lang nach oben zur Krista, biegt auf dieser mit sehrspitzem Winkel nach abwärts, geht an der äusseren Flächeherunter und endet ungefähr 3 cm oberhalb des Fussgelenks. Indem von diesem Sprunge und jener rinnenförmigen Aushöhlungbegrenzten Dreieck (vordere Fläche) liegen noch zwei Fissuren,die eine 5 cm, die andere 8 cm lang; beide verlaufen dem an-steigenden Theil der zuerst genannten Fissur parallel undreichen bis nahe an den Knorpelrand des Fussgelenks. Einevierte Fissur zieht parallel dem vorderen inneren Rande der