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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
Entstehung
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Band IV.

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Band IV.

II. Abtheilung: Beschreibung der Präparate.

125

XL A 62.

Amputation des linken Oberschenkels wegen Schussver-letzung des Kniegelenks. Der Cond. ext. femor. ist ziemlichgenau seinem Umfange entsprechend abgesprengt und fehlt.Patella und Tibia waren intakt.

Mirand, Französischer Infanterist, verwundet am 30. No-vember 1870. Die Kugel ist durch das Knie gegangen, etwasnach aussen von der Mittellinie, Schussrichtung von vorn nachhinten. Amputirt am 7. Dezember 1870. Ausgang in Heilung.[Oberstabsarzt Dr. Scheideinann, 3. Feldlazareth IL Armeekorps.]

Andere Operationen.

XL A 63.

Resektion des Köpfchens der rechten Fibula wegen Ver-letzung des entsprechenden Kniegelenks durch ein Granat-sprengstück.

Obduktionspräparat, bestehend aus Patella, unterem Endedes Femur, oberem Ende der Tibia und dem oberen Abschnittdes nach Resektion des Cap. fibul. von derselben erhalten ge-bliebenen Theiles. Die Gelenkfiächen der drei zuerst genanntenKnochen sind total kariös. Das Fibulasegment zeigt an demoberen Ende ein durch Nekrose ringförmig demarkirtes, unter-halb der Demarkationslinie mit einem Kalluswall umgebenesKnochenstück.

August Gillemont, Französ. 87. Linien-Regt., verwundet,am 20. September 1870 bei Strassburg durch Granatsplitteram rechten Knie. Resektion des oberen Endes der Fibula durchFranzösische Aerzte. Gestorben am 25. November 1870, Ver-jauchung des Kniegelenks.

XL A 64.

Amputatio femoris dextri wegen Schussfraktur im unterenDrittel des genannten Knochens. Von den Bruchstücken des

Femur ist nur das untere vorhanden. Dasselbe zeigt eineetwa 9 cm oberhalb der Artikulationsebene des Kniegelenksgelegene, sehr unregelmässige Bruchfläche, von der aus nament-lich an der vorderen höheren Knochenwand mehrere zarteFissuren von 2 bis 3 cm Länge nach unten ausstrahlen. KeinerleiReaktionserscheinungen an dem Präparat.

Appenburg, Infanterist vom 7. Pomm. Inf. Regt. No. 54,verwundet am 31. Januar 1871. Unterbindung der Art. femor.16. Februar 1871 wegen arterieller Blutung. Am 22. Februarperforirte das obere Ende des frakturirten Femur in der Längevon 4 cm. Amputation am 25. Februar 1871. Heilung.[Oberstabsarzt Dr. Scheidemann, 3. Feldlazareth II. Armeekorps.]

Stümpfe.(Hierzu vergl. 11 und 49.)

Nekrosen, Sequester.Vacat.

B. Hiebverletzungen.

Vacat.

C. Anderweitige Verletzungen und Krankheiten.

Vacat.

XII. Unterschenkel.

A. Schussverletzungen.Primäre Verhältnisse.

Partielle Frakturen

(Kontusionen, Absprengungen, Lochschüsse).

Vacat.

Komplete Frakturen.(Hierzu vergl. 5.)

XII. A 1.

Gewehrschussfraktur der rechten Tibia und Fibula.

Amputationspräparat, am Tage der Verletzung gewonnen.

Die Tibia ist in ihrem oberen Drittel in sehr viele grosseund kleine Splitter frakturirt, nach deren Zusammensetzungnoch ein grosser, unregelmässiger Defekt bleibt. Fibula ohneSplitterung schräg gebrochen.

Gottlieb Hermann, verwundet am 30. Oktober 1870, amselben Tage Oberschenkelamputation im 3. Feldlazareth desGardekorps in Villiers le Bei. Tod am 31. Oktober 1870 anErschöpfung.

XU. A 2.

Gewehrschussfraktur der linken Tibia und Fibula.

Die Tibia ist im unteren Abschnitt ihrer oberen Hälfte mitausgiebiger Splitterung und Fissurirung frakturirt. NachZusammenfügung der vorhandenen, meist der hinteren Knochen-wand angehörenden Bruchstücke bleibt an der inneren undhinteren Wand ein mit seinem Zentrum etwa 12,5 cm unterhalbdes oberen Tibiarandes gelegener unregelmässiger Defekt,welcher in vertikaler Richtung 3 bis 4 cm, in der Richtungvon vorne nach hinten 2 bis 3 cm misst. Die vordere oberePartie der Umrandung dieses Defekts ist schwarzbraun verfärbt,scharf und glatt, fast genau halbkreisförmig und vorne konvexvorspringend, wie wenn die hier fehlende Knochenpartie mitdem Locheisen herausgeschlagen wäre. Die Fibula ist etwa