38
Physikalische Wirkung der Geschosse.
Sand IV.
sprechend dieser Stelle, in der grössten Ausdehnung abersenkrecht zu derselben, ist die Diploe, deren Dicke vielleicht2 mm betragen mag und ebensoviel etwa die jeder Lamina,grösstenteils eingedrückt, die Lamina interna aber in dreiunregelmässigen Splittern von ca. Einmarkstück-Grösseabgehoben, welche in das Schädelinnere hereinragen. Be-merkt wird, dass in dem Präparat nicht die geringsteDepression der Lamina externa wahrzunehmen ist, sondernsich die nekrotisch markirte Stelle durchaus im Niveauder Schädelwölbung befindet. Es scheint dieses Präparatgewissermaassen eine Erläuterung und Fortsetzung zu demobigen zu bieten: hier die Zwischenlagerung der Substantiaspongiosa sehr dünn, dort verhältnissmässig sehr dick, —hier Absprengung von Splittern, dort nur feinste Fissuren,trotzdem die örtlich nachweisbare Einwirkung bei VIII. A 1bedeutender als bei I. A 2 ist; der beträchtliche Unter-schied in der Einwirkung kommt höchstwahrscheinlich aufRechnung der dicken Substantia spongiosa bei VIII. A 1.Vergl. weiterhin ILA 17 und 21, auch IL A5 (Taf. VIII. 1),wo ein Chassepot-Projektil sich unter das Periost der Innen-fläche fest eingebohrt hat. Vergl. VIII. A 20 (wohl auchVIII. A 11 mit sekundär entstandenem Knochendefekt),IL A 10 und 20.
B. Die stärkeren Einwirkungen der Geschosse, welchesich äussern in Absprengung einzelner Knochen-theile oder in Rinnenschüssen durch tangential auf-treffende Projektile mit massiger lebendiger Kraft findensich in zahlreicheren Präparaten vertreten.
a. Bei der Skapula und Mandibula. Sobald eineder Flächen der Skapula seitlich getroffen ist, sieht mansofort eine sehr ausgedehnte Fissurirung bis zur Splitterung;es zeigen dies die Präparate IL A 13, wo das Geschoss(bei Wörth verwundeter Zuave) die Skapula am innerenoberen Winkel getroffen, da, wo die Spina scapulae dendreieckigen Raum umschreibt und einen Defekt von etwaVa Kreissegment gesetzt hatte, von welchem aus nachoben, aussen und unten zahlreiche Fissuren laufen; ferner111. A 8, wo das Chassepot (?) nach Durchbohrung desCaput humeri die innere Kante getroffen hatte, III. A 16,wo das Geschoss (?) die Proc. coracoid. und Condyl.scapulae abgerissen hat, und III. A 22, wo fast dieselbeVerletzung ähnliche Zerstörungen bedingte (Deutscher,IG. 8. 70 verwundet).
Es ist hierher zu ziehen jedenfalls auch PräparatI. A 28 für die rechte Seite der Mandibula, deren unterervorderer Rand getroffen ist, wodurch eine enorme Splitte-rung der rechten Seite bedingt wurde.
b. Mehr örtlich bleibt die Geschosswirkung für dieseArt Verletzung bei den Rippen, wie die Präparate IL A 1und G belegen; bei der Klavikula III. A 9, 10 (Taf. X. 1)und 15; für die Fortsätze des Schulterblatts die PräparateIL A4, III. A 5 ohne und III. A 11 (Taf. XL 1), 20und 21 mit Fissurirung des Akromion; für die Wü'belfort-
sätze IL A 16, 15, 4, 8 und III. A 13, VII. A 1 und 12,XIII. A 16, 17, 18 und 19 [vergl. auch VIII. A 8(Taf. XIX. 1) und vor Allem X. A 17 (Taf. XXVI. 2)].
c. Es schliessen sich daran die fast ausschliesslichörtliche Einwirkung bei IL A 10 (Langblei), 11, VIII. A2und 6 (Chassepot), 7 und 9 (Chassepot?) für das Darm-bein; für die Wirbel IL A 2, wo das sehr stark de'formirteChassepot-(?)Geschoss mit einer ziemlich schmalen Kante ]in den Wirbelkanal hereinragt, und 9 (Taf. VI.11. 3)'; endlichfür bland- und Fusswurzelknochen VII. A 1, 10 und 12resp. XIII. A 3, 8, 10, 19, 20 und 26. Vergl. auchIL A 3 durch Granatsplitter bedingte Abreissung des Os ;coccygis.
Durchweg lokal sind die Verletzungen des Brustbeinsin den Präparaten IL A 7, 17 und 18 geblieben.
Indessen sieht man bei einigen noch hierher zu rech- .1nenden Präparaten auch Fissuren von der Knochenwundeaus; es scheint besonders dann zur Fissurenbildung ge-kommen zu sein, wenn ein Projektil sich gleichsam zwischendie Kortikalistafeln eingedrängt hat, wie bei PräparatVIII. A 14.
C. Blinde Schusskanäle sind bei dem Bau derplatten Knochen gewiss seltene Vorkommnisse; öfter?werden sie wohl noch bei den grösseren spongiösen Knochen,den Lendenwirbeln zumal, zur Beobachtung kommen. DieSammlung besitzt nur unter VIII. A 10 (Taf. XX. 1) einhierher gehöriges Präparat. Eine stärker deformirte rundeBleikugel von etwa 18 mm Durchmesser ist auf der äusserenSeite der rechten Darmbeinschaufel eingedrungen und hatunter Bleiabstreifung ein Loch von 20 bezw. 23 mm Durch-messer gesetzt, dessen Ränder nach vorn, oben und untenleicht wallartig erhoben sind, die nach hinten gelegeneUmrandung ist abgeflacht und bildet eine kleine Mulde alsAusdruck dafür, dass die Kugel hier zuerst etwas tangen-tial aufgeschlagen ist; die innere Fläche des Darmbein?zeigt mehr nach vorn einen unregelmässigen Defekt von12 bezw. 17 mm Grösse, von dessen vorderem Rande einezackige Fissur durch die Kortikalis zieht. Im Grunde desDefekts liegt die Kugel mit eingepressten Knochentheilchenund einem ziemlich tiefen Spalte; die Umrandung des De-fekts wird durch Knochenauflagerung verdickt. Das Prä-parat stammt aus einer älteren Sammlung und ist 1824 inder Dissertation von Eck beschrieben.
Die Möglichkeit des Vorkommens inkompleter Loch-schüsse bei platten Knochen ist auch für die modernen Lang- |geschosse zuzugeben, da ja verschiedentlich Langgescluwsrin den Epiphysen fest eingekeilt gefunden worden sindund auch bei den Langgeschossen endlich die Geschwindig-keit so abnimmt, dass geringe Widerstände ein Aufhaltendes Geschosses bewirken können, allerdings werden siesehr viel seltener sein als früher bei den Rundkugeln.
Band IV.
Darmbeins 1Ein schöne
wo ein gmesser auiaut der inrirung gesdurch intesehr vielSchädelveieinen PreiProjektil):zige ohnerecht betr;(Taf. XXLund 8 (Ts
E. 5
Knochen \sich durclreichendeschliesst.die Wirbedie- nichteine so siDoch Gegden sponSplitterbridie Sammlexquisite 1An cBplitterbriEs beweiMandibulaHl. A 12
D. Häufiger sind in der Sammlung die komplexen,Lochschüsse vertreten, welche besonders rein bei den
Trot2Deutungangestellt
SchusswirSeite werSchädelssichtigt, \des GewiVerletzunsein, dasStande deHülle wieletzunii' si