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4. Chirurgischer Theil B (1884) Die physikalische Wirkung der Geschosse : (mit besonderer Beziehung auf die während des Krieges 1870/71 verwendeten Projektile) ; erläutert an den Präparaten der kriegs-chirurgischen Sammlung des medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zu Berlin ; nebst dem Katalog der Sammlung
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Physikalische Wirkung der Geschosse.

Band IV.

Fissuren aus (vergl. Oberschenkel). XI. A 15 und 54stellen Verletzungen des oberen Bandes mit Fissurenbildungund Splitterung dar, welche das Chassepot bewirkt hat,während XI. A 27 und 24 grössere Absprengungen desKnorrens zeigen. Eine sehr schwere Läsion, welche wohl1866 ein Oesterreichisches Geschoss bewirkt hat (am3. Juli), sieht man an dem Präparat XI. A 30 (Taf. XLIY. 1).Pas Projektil ist 3 cm unter der Gelenkfläche, stark 1 cmunterhalb der Epiphysenlinie in der Mitte der innerenSeite eingedrungen und nach aussen oben ziehend lateral-wärts von der Eminentia intercondyl. am äusseren Knorrenausgetreten; der Schusskanal ist fast rundlich (etwa l'/s cmDurchmesser), um die Oeffnungen besteht eine sehr be-deutende Fissurirung; die Kniegelenksfläche ist völlig mitSprüngen und Defekten durchsetzt.

b. Unterhalb der Epiphysenlinie.Unter den hierher gehörigen 16 Präparaten zeigenXII. A 4 (Taf. XL VI II. 2), 19 (Taf. L. 1) gewaltige Zer-störungen des Caput tibiae durch Granatsplitter und 20 (1),21 (27:;) (Taf. L. 2) und 31 lange die Knorpelflächedurchsetzende Fissuren; bei den Präparaten XII. A 9 (8)(Taf. XLVIII. 3), 36 (3) (Taf. L. 3) und 12 (1) reichen dieFissuren bis über die Epiphysenlinie, gehen aber nicht biszur Gelenkfläche; endlich in den Präparaten XII. A 1(ca. 10), 2 (ca. 10), 11 (5), 35, 3,8 (Taf. LI. 2 eingeheiltesRundgeschoss), 40 (ca. 7), 42 (ca. 10), 45 (ca. 3) bleibtdie Splitterung und Fissurirung unterhalb der Epiphysen-linie.

8. Die Schussverletzungen der Patella

schliessen sich der Oertlichkeit nach hier an. Die PräparateXL32 (Taf.XLlV.2) und 33 (Taf.XLV.l) zeigen Lochschüssemit verheilten Fissuren, welche nach den beiden Seitenund nach unten bei 32 die ganze Patella durchsetzt hatten,bezw. bei 33 mit sehr starker Splitterung; bei den Prä-paraten XL A 13 und 41 bestehen Querbrüche der Patella,welche ersichtlich durch Auftreffen der Geschosse aminneren (13) bezw. äusseren (41) Rande zu Stande ge-kommen sind; bei 41 ist die Querfraktur fest verheilt; beiden No. XL A 22, 58 und 59 bestehen Substanzverlusteohne davon ausgehende Fissuren, welche letzteren sich beiX. A 40 und_54 finden. Ueber die verwundenden Pro-jektile lässt sich Sicheres nicht sagen.

9. Schussverletzungen des unteren Tibiadrittels.

Bei den Präparaten XTI. A 13 (Contus. tili. 7 cm, Lang-blei?), 24 (Splitterbruch 15 cm der Mitte durch Langblei,Necros. centr. bis 3 cm), 25 (5cm Chassepot), 26 (9cmChassepot), 33 (8 cm Projektil?), 34 (611 cm Projektil?)ist eine Fissurirung bis an die Epiphysenlinie, welcheletztere sehr deutlich bei XII. A 9, 16 und 32 zu sehenist, nicht erfolgt; bei Präparat XII. A 31 (10cmChassepot) ist der hintere Rand der Gelenkfläche lateral-wärts ohne jede Verbindung mit der Schussfraktur fissurirt;das Wie ist fraglich. Ueber die Epiphysenlinie hinaus,jedoch nicht bis in die Gelenkfläche, ist Fissurirung beiXII. A 32 (4 cm Chassepot) zu Stande gekommen, endlichbei XII. A 43 und XIII. A 22 (ca. 6 cm Chassepot) weitdurch die Gelenkfläche.

Sehr interessante Verhältnisse zeigt Präparat XIII. A 6,eine Schussfraktur der unteren Tibia-Epiphyse über demKnöchel; die Knorpelfläche ist durchaus intakt, obschonsich am hinteren Rande eine Fissur bis direkt an ihre Be-grenzung hinzieht und die Decke der Gelenkfläche übetder medianen Seite nur etwa 2 mm beträgt. Wie viel beider am 11. Tage vorgenommenen Resektion und derspäteren Mazeration verändert ist, lässt sich selbstver-ständlich nicht bestimmen, es soll deshalb auch mehr dasBestehen der Fissur hervorgehoben werden. Bei XIII. A23hat das Projektil (?) l'/a cm über der Gelenkfläche dieTibia vorn aussen gestreift und dabei einige Kortikalis-Stückchen fest in die Subst. spongiosa eingedrückt, sodannist ein Splitterbruch der Fibula über und durch den Knöchelerfolgt; die Gelenkfläche der Tibia zeigt eine nach median-wärts ziehende Fissur von 2 cm Länge. Bei den Prä-paraten XII. A 41 (5 cm Chassepot) und 44 (?) ist Sicheresnicht zu bestimmen. Bei XII. A 11 (vergl. Rinnen-schüsse) ist das Fussgelenk direkt eröffnet (eine ähnlichstarke Fissurirung der Tibia-Diaphyse, wie bei diesemPräparate, findet sich noch bei XII. A 31), ebenso bei denPräparaten XIII. A5,10, 15 (Taf.LI V. 2), 24, 32 (Taf. LV. 1),34 und 15, wo Theile des Malleol. int. oder die ganzeEpiphyse zerstört sind, oder endlich bei XIII. A 2 und 4,wo mit Schussfraktur des Malleol. ext. eine Gelenkeröff-nung verbunden war.

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