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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
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nachdrücklich warnen zu müssen. Wissenschaftliche Zeit-schriften oder Programme sind unschätzbar, um fragmen-tarische Entdeckungen zu publiciren, um die Wissenschaftbeständig in Fluss zu halten, und so vor dem Stagnirenzu schützen, endlich dass sie das Aufeinanderplatzen derGeister um Luther's bekannten Ausspruch zu wiederholen vermitteln. Desshalb wird es ihnen, zumal im schreib-lustigen Deutschland, auch nie an Stoff gebrechen. Dage-gen sind sie nicht bestimmt, und sollen nicht dazu dienen,einheitliche Werke aufzunehmen, wenigstens soweit diesevon solchem Umfange sind, dass ihre Publication buch-händlerisch ermöglicht ist. Denn bekanntlich sind die phi-lologischen Verleger keine Freunde wenig umfangreicherArbeiten. Schon der äussere Grund, dass Publicationen inZeitschriften oder Programmen leicht dem Publicum ent-schwinden, sollte abhalten, in sie den Schwerpunkt littera-rischer Thätigkeit zu verlegen, noch mehr der weit wich-tigere, dass man bei solchem Verfahren leicht die Lust,bald auch die Fähigkeit verliert, den Geist zusammenzu-nehmen zu grossen einheitlichen Schöpfungen, die immereine energische Concentration der wissenschaftlichen Be-gabung sowie ein sehr ernstes, oft schwieriges, Unterscheidendes Wesentlichen und Unwesentlichen erfordern. Fernerliegt die Gefahr nah, dass man sogar den richtigen Mass-stab für einheitliche Werke anderer Gelehrten verliert undin ein kleinliches Mäkeln geräth, bei dem man wer weisswas geleistet zu haben glaubt, wenn man an einem DutzendStellen Berichtigungen oder Supplemente gegeben hat.

S. 61 Z. 6 hinter »behandelt hat:«

Dabei zeigt sich bei den meisten Schülern Ritschl'seine auffällige Vernachlässigung der wichtigen Regel, dass

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