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nur dann die Behandlung von Fragmenten befriedigende,zum Abschluss hinführende Resultate verspricht, wenn mandie Quellen, aus denen jene geschöpft sind, methodischanalysirt, und soweit möglich, bis zu ihrem ersten Ursprungverfolgt. Erst in weiter Instanz folgt die Sammlung deshandschriftlichen Apparats und der Versuch der Textes-besserung durch Divination.
S. 63 Z. 6:
Man hat oft gesagt, ein Kritiker müsse Geschmackhaben. Diese Vorschrift ist in ihrer Allgemeinheit ziemlichunklar und hat viel Uebel gestiftet. Myriaden falscher Con-jecturen sind von Gelehrten, die wirklich oder in ihrer Ein-bildung geschmackvoller waren als die von ihnen behandel-ten Autoren, in die Texte der Alten importirt worden. Viel-mehr muss der Geschmack eines Kritikers dem Proteusgleichen: der Kritiker muss bei einem geschmackvollenWerk geschmackvoll, bei einem geschmacklosen geschmack-los sein, auf dass er nicht, statt der Abschreiber, den Autorselbst meistere, grade wie ihm bei einem dummen Schrift-steller, z. B. Nonius, nichts übrig bleibt, als sich in seineDummheit hineinzudenken. Also nicht sowohl der Ge-schmack in dem Sinne, den man gewöhnlich mit diesemWort verbindet, macht den Kritiker, als das, wovon er denNamen hat — das Urtheil.
S. 65 Z. 3 ist was hinter »durchweg congruire« folgtso zu lesen:
Sie ist vielmehr mustergültig, wenn sie unter Abwehraller unnöthigen Conjecturen und mit thunlichster Schonungder Ueberlieferung nirgend etwas bietet, was nachweislichfür den behandelten Autor aus sprachlichen, metrischen,logischen, aesthetischen oder stofflichen Gründen unmöglich