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Friedrich Ritschl : eine wissenschaftliche Biographie
Entstehung
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Friedrich Ritschi*) (oder wie er sich in früheren Jahrenbisweilen schriebRitschel", lateinisch immerRitschelius")wurde geboren am 6. April des Jahres 1806 in einemOertchen Thüringens, wo sein Vater damals Prediger war.Es ist oft, u. a. von Herrn Freytag in seinen Bildern ausder deutschen Vergangenheit darauf hingewiesen worden,dass gerade aus den ländlichen Pfarrhäusern des pro-testantischen Deutschlands eine Menge der bedeutendstenIntelligenzen hervorgegangen. Auch verdient Erwähnung,dass aus Thüringen und Sachsen, besonders seit dem Auf-schwung der Philologie in Deutschland durch FriedrichAugust Wolf, eine namhafte Zahl ausgezeichneter Philo-logen gekommen ist, und zwar vornehmlich solche, diesich wie Ritschi der formalen Seite der Philologie, haupt-sächlich der Exegese, Grammatik und Metrik gewidmethaben. Es genügt an diesem Orte die Namen GottfriedHermann's und Karl Reisig's zu nennen.

Ritschi empfing seine Vorbildung auf dem Gymnasiumzu Erfurt. Dort entfaltete damals eine höchst erspriess-liche Thätigkeit der bekannte Philologe Franz Spitzner,ein Zögling der berühmten Anstalt Schulpforta, ein Mann,

*) Die zuverlässigsten, von ihm selbst controlirten Angaben überRitschl's äusseres Leben finden sich in dem WerkMänner der Zeit"(Leipzig 1862) II, 340 und in der Leipziger Illustrirten Zeitung vom21. Oktober 1865 (Nr. 1164).

F. Ritsehl, 1: L. Mueller; t