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Erst dann wird sich auch genau bestimmen lassen,ob, wie mir scheint, die Römischen und Heidelberger Co-dices, besonders der vetus, nicht blos in orthographischerHinsicht, sondern auch (allerdings mit häufigen Ausnahmen)im Uebrigen die ursprüngliche Gestalt von Plautus Comö-dien treuer repräsentiren als der Ambrosianus oder nicht.
S. 29, 7:
Ebenso wird ein billiger Richter es entschuldbar finden,dass Ritschi häufiger, als sonst erlaubt ist, über die kritischeBehandlung ein und derselben Stelle im Plautus zu ver-schiedenen Zeiten verschieden geurtheilt hat. Wenn frei-lich grade die künstlerische Thätigkeit des Kritikers, imGegensatz zum Conjectator, soll sie nicht, so zu sagen, zumKinderspott werden, einen völlig gereiften Geist, eine ein-heitliche, ihrer Zwecke und Mittel bewusste Kraft erfordert,so gilt doch das »dies diem docet« auch für sie, und zu-mal bei Plautus, wo das Terrain erst schrittweise erobertwerden, die grammatischen und metrischen Gesetze einzelneruirt werden müssen, um nicht selten, bald nach der Ent-deckung beträchtlich modificirt zu werden.
S. 29 vor Z. 8 von unten:
Wenn die Gelehrten des 16. und der ersten Hälfte des17. Jahrhunderts, mit feurigem Eifer, reicher Belesenheit,feinem Verständniss der plautinischen Komik, oft auch mitgrosser divinatorischer Begabung, aber ohne zureichendenhandschriftlichen Apparat, ohne genügende Benutzung desvorhandenen, endlich mangelhaft ausgerüstet mit Kenntnissder Grammatik und zumal der Metrik des Plautus, diejugendliche Periode der plautinischen Kritik bezeichnen, sobeginnt mit Ritschi die Zeit der männlichen Reife. DesJüngern Geschlechts Aufgabe ist es, mit Vermeidung der