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den Sprachwissenschaft und der klassischen Philologie sozu Hause sein könnte, dass er in beiden auf der Höhe derZeit stände, in beiden Hervorragendes leistete. Allein dasmenschliche Wissen und die menschliche Kraft haben ebenihre Grenzen. Das Beispiel Jacob Grimms, das Curtius inder oben citirten Schrift S. 22 für das Gegentheil anführt,ist meines Erachtens nicht glücklich gewählt. Denn erstensist nicht jeder Philologe ein Jacob Grimm, zweitens wardie speciale Disciplin Grimms, die der Germanischen Spra-chen, bis auf ihn eine junge, wenig cultivirte, die erst durchihn zur Reife geführt wurde. Der klassische Philologe ar-beitet in einer seit Jahrhunderten gepflegten Wissenschaft,bei der er einer sehr umfangreichen Menge von Vorarbei-ten, zum Theil der grössten Geister, Rechnung tragen muss.
Bei dem heutigen Umfange der klassischen Philologieist es absolut unmöglich, beiden Disciplinen in gleicherWeise gerecht zu werden. Und da ein Gelehrter immerhöher steht, wenn er sich beschränkt und in einem scharfbegränzten Kreise Tüchtiges leistet, alles Uebrige dagegenaus zweiter Hand nimmt, als wenn er überall operirt undvon allem etwas, aber nichts gründlich weiss, so bin ichentschieden der Meinung, der klassische Philologe sollesich von der Sprachvergleichung thunlichst fernhalten undumgekehrt.
Aus diesem Grunde würde ich es auch sehr missbil-ligen, wenn, was von den Sprachvergleichern zuweilen etwasstürmisch, obschon gewiss mit bester Absicht, gefordertwurde, die Kenntniss des Sanskrit für das Staatsexamender Philologen obligatorisch gemacht würde.
Wer mehr als oberflächlich in der klassischen Philo-logie Bescheid weiss, dem ist bekannt, dass sie schon heut